Mönchengladbach: Geständnis von Missbrauch musste vertagt werden

Prozess in Mönchengladbach : Missbrauchsprozess geht mit einem Dolmetscher weiter

Weil die vorsitzende Richterin die Deutschkenntnisse des Angeklagten als nicht ausreichend einstufte, wurde die Verhandlung vor dem Landgericht vertagt.

Am gestrigen Mittwoch beschäftigte sich die 1. Große Jugendkammer des Landgerichts Mönchengladbach mit einem Berufungsverfahren. Ein aus Mexiko stammender Angeklagter hatte seine Verurteilung wegen Kindesmissbrauchs angefochten. Im November 2018 wurde der 46-Jährige wegen sexuellen Missbrauchs in vier Fällen zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und vier Monaten verurteilt. Der Mann hatte die Vorwürfe bestritten und einen von der Verteidigung im Falle eines Geständnisses vorgeschlagenen Deal mit einer möglicherweise dann erfolgenden Bewährungsstrafe abgelehnt.

Aus diesem Grund mussten zwei 14 und 17 Jahre alten Mädchen vor Gericht aussagen. Beide belasteten den Mann in ihren Aussagen schwer: Der Mann habe sich hinter sie gelegt und sie an intimen Stellen berührt, erklärten beide Mädchen übereinstimmend. Zu Beginn der erneuten Hauptverhandlung fragte die Kammer, ob ein spanischer Dolmetscher vonnöten sei. Der Angeklagte erklärte, der deutschen Sprache mächtig zu sein. Er werde versuchen, der Verhandlung ohne Hilfe zu folgen. Anschließend bat der Verteidiger um ein Rechtsgespräch. Dieses dauerte eine Stunde und behandelte die Frage des Anwalts, ob und unter welchen Voraussetzungen ein umfassendes Geständnis seines Mandanten eine Verurteilung zu einer Bewährungsstrafe nach sich ziehen könne.

In der ausführlichen Erörterung habe die Kammer laut der Vorsitzenden Richterin festgestellt, dass die Deutschkenntnisse des Angeklagten nicht ausreichen, um eine umfassende Erklärung abzugeben. Daher wurde die Hauptverhandlung vor der 1. Große Jugendkammer des Landgerichts Mönchengladbach vertagt, bei dem neuen Termin soll ein Dolmetscher zugegen sein.

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