Zeichen in Mönchengadbach Tafel gegen rassistische Gewalt enthüllt

Mönchengladbach · Im Rheydter Stadtwald gibt es jetzt einen Erinnerungsort: Eine Gedenktafel und elf Bäume stehen für die Opfer des NSU und rechtsextremistischer Gewalt.

 Sie enthüllten die Gedenktafel für Opfer rechtsextremistischer und rassistischer Gewalt (v.l.): Hanife Yildirim, Bülent Bagir und Josephine Gauselmann.

Sie enthüllten die Gedenktafel für Opfer rechtsextremistischer und rassistischer Gewalt (v.l.): Hanife Yildirim, Bülent Bagir und Josephine Gauselmann.

Foto: Rick, Markus (rick)/Markus Rick (rick)

Es ist ein starkes Zeichen, das von der Gedenktafel für Opfer rechtsextremistischer und rassistischer Gewalt im Rheydter Stadtwald ausgeht. Bei der Enthüllungsfeier wurde deutlich: Nicht zuletzt die jüngsten Wahlergebnisse in Italien hatten vielen Beteiligten der Veranstaltung noch einmal deutlich vor Augen geführt, wie notwendig ein öffentliches Bekenntnis gegen rechtsextremistische und rassistische Gewalt ist.

2020 war der Landesintegrationsrat mit dem Vorschlag an den Integrationsrat der Stadt Mönchengladbach herangetreten, an der Aktion, „10+1 Bäume für die Opfer des NSU“ teilzunehmen. Bei der landesweiten Kampagne werden zehn Bäume zum Gedenken an die Toten gepflanzt, der elfte Baum steht für alle anderen, zum Teil unbekannten Opfer rassistischer Angriffe.

„Im Juni 2020 folgte dann der Ratsbeschluss, unserer Empfehlung zur Teilnahme zu folgen“, sagt Bülent Bagir, Mitglied des Mönchengladbacher Integrationsrates. Bürgermeisterin Josephine Gauselmann und die erste stellvertretende Vorsitzende des Integrationsrates, Hanife Yildirim, fanden zur Begrüßung der Teilnehmer deutliche Worte. Die Angriffe in Zwickau seien nicht nur Angriffe auf die Opfer, „sondern auf uns alle, aber sie lähmen uns nicht“, sagte Gauselmann.

Hanife Yildirim ist nach eigen Worten stolz darauf, dass Mönchengladbach zu den Kommunen zählt, die Bäume zur Erinnerung an die Opfer der NSU und rassistischer Gewalt pflanzt. „Wir bedanken uns bei jeder und jedem, der an diesem Ort mitgearbeitet hat“, sagte die stellvertretende Vorsitzende des Integrationsrates. Sie, Josephine Gauselmann und Bülent Bagir enthüllten die Gedenktafel, die ganz schlicht in schwarz gehalten ist. Links oben sieht man eine brennende Kerze, in englischer und deutscher Sprache ist zu lesen: „In Gedenken an die Opfer rechtsextremer und rassistischer Gewalt.“

Ein Baum hinter der Gedenktafel ist gepflanzt, weitere zehn Löcher sind bereits ausgehoben und werden von der Mags bestückt, sobald es die Witterungsverhältnisse zulassen, sagt Jan Biehl von der Mags. Die Bäume sollen wachsen und stark werden, und ein kräftiges Signal gegen rechts in Mönchengladbach setzen.

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