Mönchengladbach: Gabriela Ferfers-Weitz geht nach 41 Jahren in Pension

Schulleiterin in Mönchengladbach verabschiedet : „Erziehungsarbeit wird immer wichtiger“

Gabriela Ferfers-Weitz, Leiterin der evangelischen Grundschule Pahlkestraße, geht nach 41 Jahren im Lehrerdienst in den Ruhestand.

Es war eine wunderschöne Abschiedsfeier, die Schüler, Lehrer und Eltern der evangelischen Grundschule Pahlkestraße zum Abschied von Schulleiterin Gabriela Ferfers-Weitz auf die Beine stellten. „Ich bin dann mal weg“ hatte die Pädagogin ihre Einladung zur Verabschiedung überschrieben, und die Grundschüler überlegten, wo „weg“ wohl sein könnte. Und weil die Grundschule in der Mitte von Rheydt eine sehr bunte Schülerschaft hat, waren die Ideen, wo „weg“ liegen könnte, sehr vielfältig: Griechenland, Türkei, Marokko, Irak oder die Ukraine? Die Schüler hatten kreative Reisetipps zusammengestellt und präsentierten sie in einer fröhlichen Show.

41 Jahre lang war Gabriela Ferfers-Weitz im Grundschuldienst – eine lange Zeit, in der sie viele Veränderungen erlebt hat. „Als ich begonnen habe, standen die Unterrichtsinhalte stärker im Mittelpunkt“, erinnert sie sich. „Wenn es Probleme gab, waren die Eltern schneller ansprechbar und in der Lage, Anregungen umzusetzen.“ Das solle nicht heißen, dass Eltern heute nicht mitarbeiten wollten. Ganz und gar nicht. Aber: „Viele Eltern sind heute selbst stark belastet“, sagt die scheidende Schulleiterin. Sei es durch die berufliche Situation, persönliche oder sprachlich-kulturelle Schwierigkeiten. „Sie können nicht immer umsetzen, was wir sagen.“ Erziehungsarbeit bildet heute einen großen Bestandteil der Arbeit an Grundschulen. „Wir haben das Gewaltfrei-Lernen-Konzept für uns weiterentwickelt“, sagt Ferfers-Weitz. „Wir wollen die Regeln für ein friedliches geordnetes Miteinander nach demokratischen Grundsätzen vermitteln.“ Dazu gehören Toleranz, gegenseitige Achtung und Offenheit. „Das sind für mich zutiefst evangelische Werte“, sagt die Leiterin der einzigen verbliebenen evangelischen Schule.

Zur christlichen Ausrichtung gehören ein verbindlicher evangelischer Religionsunterricht und regelmäßige Schulgottesdienste in der evangelischen Hauptkirche in Rheydt. „Die evangelische Kirche unterstützt uns sehr“, sagt Ferfers-Weitz. Auch mit dem Angebot der Mini-Ogata, durch die noch zusätzliche Ogata-Plätze zur Verfügung gestellt werden können. Denn der Bedarf ist groß und wird durch die existierende Ogata-Gruppen nicht abgedeckt.

Die Organisation der Netzwerke, die Kooperation mit verschiedenen Gruppen habe sie bei der Arbeit einer Schulleiterin immer als besonders reizvoll empfunden. Und dieses organisatorische Arbeit ist umfangreich, denn die Grundschule Pahlkestraße ist immer voll: Es gibt Fördergruppen, Hausaufgabenbetreuung, Ogata-Angebote, die Vermittlung von Deutsch als Zweitsprache, muttersprachlichen Unterricht in Portugiesisch, Spanisch und Türkisch. Die Familienbildungsstätte macht Nachhilfeangebote, die Musikschule und ein Chor nutzen die Räumlichkeiten. Und dazu kommt natürlich noch der Unterricht. Das Unterrichten ist immer ihre besondere Leidenschaft geblieben. „Ich bin immer gern Lehrerin gewesen“, sagt Gabriela Ferfers-Weitz. „Ich liebe es, mit Kindern zu arbeiten.“

Ev. Grundschule Pahlkestraße Gabriela Ferfers-Weitz geht nach 41 Jahren im Grundschuldienst in den Ruhestand. Foto: Angela Rietdorf
Ev. Grundschule Pahlkestraße Gabriela Ferfers-Weitz geht nach 41 Jahren im Grundschuldienst in den Ruhestand. Foto: Angela Rietdorf

Zu den besonderen Momenten im Leben der Pädagogin gehört daher die Rückkehr von Schülern an ihre Grundschule. „Da steht dann manchmal ein junger Mann im Türrahmen, lacht und fragt: ,Kennen Sie mich noch?’“, erzählt die Schulleiterin. „Das ist dann ein ehemaliger Schüler, der gerade Abitur gemacht hat oder studiert.“ Es sei wunderbar zu sehen, dass Kinder, die manchmal mit Schwierigkeiten gestartet seien, erfolgreich ihren Weg machten.

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