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Mönchengladbach: Frühstück zum Fest des Teilens an der City-Kirche

Gemeinsames Frühstück in Mönchengladbach : Fest des Teilens in "Eddis" Namen

Eingedeckte Tische luden zum Frühstück auf dem Edmund-Erlemann-Platz ein. Jeder brachte etwas mit, und alle wurden satt. Das von Volksverein und Stiftung Volksverein veranstaltete „Fest des Teilens" erinnerte an „Eddi" Erlemann.

Geschützt vom Strohhut blinzelte Otto über die oberen Ränder seiner Sonnenbrille. „Ich habe heute noch nicht gefrühstückt. Ich wusste doch, wo ich hingehe“, sagte der Rheydter gut gelaunt in Vorfreude auf sein geschmiertes Brötchen. Alles sei wieder „super gemacht“, lobte er das Büffet und die freundlich eingedeckten Tische bei der City-Kirche auf dem Edmund-Erlemann-Platz. Volksverein und Stiftung Volksverein Mönchengladbach hatten nach coronabedingter Zwangspause wieder eingeladen, um an Edmund Erlemanns Wirken zu erinnern und den Wert des Teilens zu betonen.

„Es ist schade, dass das Fest in den beiden vergangenen Jahren ausfallen musste“, sagte Matthias Merbecks, Geschäftsführer des Volksvereins. „Wir setzen überall auf Begegnung, und dafür ist das Fest des Teilens mitten in der Stadt ein schönes Beispiel. Es belebt diesen wunderschönen Platz“, sagt er über die Bedeutung des Festes gerade in einer Zeit, wo Krieg und Energieknappheit Belastungszustände für eine Gesellschaft darstellen. Er nannte Mönchengladbach als eine besonders stark von Armut betroffene Stadt. Die Situation verlange ein besonderes Engagement, bei dem neben staatlicher Unterstützung auch privates Mitmachen gefragt sei. „Hier mischt sich jung und alt, arm und reich. Das ist eine tolle Geschichte und ein Grund, darüber nachzudenken, was Teilen bedeutet“, sagte Johannes Eschweiler. Der ehrenamtliche Geschäftsführer der Stiftung Volksverein begrüßte die Gäste mit einem „Guten Morgen und gutes Frühstück“. Sie hatten das Büffet mit bestückt und konnten nun auch von den Gaben der anderen kosten. Die Veranstalter hatten Brötchen und Getränke gestellt.

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Da in der Runde ein Geburtstagskind war, erinnerte Eschweiler an „Eddis“ Brauch, die Gratulation mit einem Ständchen zu verbinden. Ratsmitglied Bernhard Stein (CDU) steuerte zum Fest des Teilens ein Tablett mit Nussecken vom Bäcker bei. Auch er hob den besonderen Wert der Begegnung in der aktuellen Situation mit wirtschaftlich großem Druck auf Geringverdiener hervor. „Wir müssen das Thema in die Öffentlichkeit bringen und mitteilen“, so der Lokalpolitiker, dem der Volksverein seit seiner Zeit als ehemaliger Messdiener an der Hauptpfarre vertraut ist. Mit Maria Hoch, Mitarbeiterin vom Volksverein, hatte Schwester Luzia dafür gesorgt, dass für das Frühstück alles einladend mit Blumenschmuck hergerichtet war. „Das Fest des Teilens erinnert uns an Eddi, der bei uns im TaK (Treff am Kapellchen) gewohnt hat“, sagt Schwester Luzia, „Das Fest macht sichtbar, Teilen macht reich. Jeder bringt was mit, und für alle ist reichlich da. Der Gedanke muss auch im Alltag hochgehalten werden“, sagt die Steyler Missionsschwester. So werde sichtbar, wie über das Teilen eine andere Gesellschaft entstehen könne, die den Armen in ihren Zukunftsängsten beistehen könne.

Das gemeinsame Frühstück empfand sie als großes Familienfest. „Es kommen Menschen von den Betriebsstätten, vom TaK und einfach auch vom Markt. Der Platz lädt dazu ein“, so die Schwester.