Mönchengladbach: Friedemann Layer Gast bei Niederrheinischen Sinfonikern

Konzert im Seidenweberhaus : Friedemann Layer erstmals bei Sinfonikern zu Gast

Der gebürtige Wiener dirigiert das fünfte Sinfoniekonzert mit Werken von Sibelius, Tubin und Bruckner.

„Wo ich auch war während der 55 Jahre in der Mühle, immer war ich Spezialist für irgendwas.“ Das sagt so amüsiert wie ernüchtert von den Eigenheiten des Musikbetriebs Friedemann Layer, 77, einer der Dirigenten, die so ziemlich überall in der westlichen Welt schon mal vor einem Konzert- oder Opernorchester gestanden haben. Nach Ulm, Salzburg und zehn Jahren in Düsseldorf war er Chef in Mannheim und in Montpellier, gastiert seitdem regelmäßig in Paris, Toulouse, Genf, Den Haag, Basel, San Francisco, Frankfurt, Dresden. Gast der Niederrheinischen Sinfoniker ist der gebürtige Wiener das erste Mal. Wegen Bruckners Erster. Und sagt – und das ausdrücklich nicht, weil er‘s sagen muss: „Eine richtige Freude ist die Arbeit.“

Bruckners Musik ist Layer dann aber doch besonders nah, auch weil er mit dem Linzer Romantiker die Kindheit in Oberösterreich gemein hat. „Bruckners Musik ist so vollkommen im Ausdruck, so gegen alles, was es gab zu seiner Zeit“, schwärmt er von der Eigenartigkeit des sinfonischen Werks des skrupulösen Komponisten, dessen Musik so typisch klingt, dass jeder Klassik-Fan nach wenigen Takten hört: das ist Bruckner. Layer bringt die „Erste“ in der späten, nach Vollendung der „Achten“ überarbeiteten Wiener Fassung zu den Niederrheinischen Sinfonikern. Der Layer’sche Funke sei schon übergesprungen, der Konzertmeister wird mit den Worten zitiert: „Wenn’s stimmt, ist’s nimmer schwer.“

Neben Bruckners Erstling erklingt im fünften Sinfoniekonzert noch ein typischer Sibelius, dessen Fantasie „Pohjolas Tochter“, in der eine Liebesgeschichte zwischen schöner Prinzessin und Zauberer tragisch endet. Und das weithin unbekannte, aber klanglich reizvolle und äußerst virtuose Kontrabasskonzert des Esten Eduard Tubin. Der Solist, Boguslaw Furtok, ist Solobassist beim Hessischen Rundfunk. Die fünf Sätze des 1946 entstandenen Werks gehen ineinander über und machen in der Kadenz großen Effekt.

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