Mönchengladbach: Forsa-Umfrage zu Auslandsgeschäft des Mittelstands am Niederrhein

Forsa-Umfrage am Niederrhein : Mittelstand befürchtet Handelsbarrieren im Ausland

Die Commerzbank stellte die Ergebnisse einer Forsa-Umfrage vor: China wird von Unternehmen als Handelspartner inzwischen besser bewertet als die USA.

Internationale Turbulenzen treffen die Wirtschaft am Niederrhein ganz besonders. Denn aus der exportstarken Region setzen die Unternehmen überdurchschnittlich oft ihre Güter in Ländern mit einer kritischen wirtschaftspolitischen Entwicklung ab: Großbritannien (42 Prozent), die USA (42 Prozent), China (35 Prozent), Türkei (35 Prozent) und Italien (33 Prozent) sind wichtige Handelspartner für die Betriebe in der Region. Das geht aus einer Umfrage des Instituts Forsa im Auftrag der Commerzbank hervor. Forsa hat repräsentativ mittelständische Unternehmen in Deutschland, NRW und am Niederrhein befragt. „Für den Niederrhein sind stabile internationale Märkte besonders wichtig“, sagt Stefan Otto, Firmenkunden-Bereichsvorstand der Commerzbank im Westen.

Demzufolge sind die größten Sorgen der heimischen Export-Unternehmen geringere Planungssicherheit, die 58 Prozent der befragten Betriebe erwarten, sowie eine generelle konjunkturelle Eintrübung (53 Prozent). Besonders groß im Vergleich zu NRW ist die Sorge vor zunehmenden Handelsbarrieren in Auslandsmärkten (46 Prozent, NRW: 37 Prozent). „Da sind die Unternehmen am Niederrhein besonders sensibel“, sagt Kai-Uwe Schmidt, Niederlassungsleiter Firmenkunden der Commerzbank.

Interessant ist, wie sich die Beurteilungen der Handelspartner geändert haben. China folgt nämlich Deutschland als das Land, dessen wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen am besten bewertet werden – noch vor Frankreich. Die USA und Großbritannien hingehen stehen im Ranking weiter hinten. „Das sind Effekte der Trump-Legislatur. Das Vertrauen in die USA hat massiv gelitten“, sagt Stefan Otto. Kleinere Unternehmen ziehen sich aus unsicheren Märkten eher zurück, größere suchen die Expansion in neuen Handelskorridoren. „Die Zeit des Exportweltmeisters ohne Interessensvertretung ist vorbei“, sagt Otto. „Die Politik ist gefordert als Interessensvertreter des Mittelstands.“

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