Mönchengladbach: Förderprogramm für Einzelhändler

Ideen gesucht : So wird der Einzelhandel zukunftsfähig

Die IHK Mönchengladbach lud zur Informationsveranstaltung mit dem Projektträger eines Förderprogramms ein.

Seit Jahren kämpfen Einzelhändler mit der Verschiebung des Verkaufes hin zum Online-Handel. Um dieser Entwicklung adäquat zu begegnen, bedarf es kreativer Konzepte. Ein Umdenken ist erforderlich, wobei Digitalisierung ein Stichwort ist. Oft scheitert die sinnvolle Umsetzung von Maßnahmen und Konzepten am zu geringen Zeitkontingent der Geschäftsinhaber.

Der Projektträger ETN (Energie, Technologie, Nachhaltigkeit) des Forschungszentrums Jülich startete deshalb den Projektaufruf „Digitalen und stationären Einzelhandel zusammendenken“. Er beinhaltet ein Förderprogramm für Einzelhändler, für das sich verschiedene Ministerien des Landes zusammengefunden haben.

Die Kernziele des Förderprogramms sind dabei zum einen das Bestreben, die Zukunftsfähigkeit des stationären Einzelhandels durch innovative und digitale Maßnahmen zu unterstützen. Gleichzeitig soll durch die Belebung des Handels die Attraktivität und Funktionalität der Innenstädte, der Mittelzentren und der ländlichen Regionen gefördert und dadurch auch Angebote für die Versorgung entwickelt werden.

„Der Handel muss sich an die veränderten Ansprüche der Konsumenten anpassen. Deshalb begrüßen wir den Projektaufruf der Landesregierung, um innovative Ideen zu fördern, mit denen digitale und stationäre Angebote verknüpft und neue Dienstleistungen und Produkte auf den Weg gebracht werden können“, sagt IHK-Handelsreferent Matthias Pusch.

Die 14 teilnehmenden Einzelhändler aus Mönchengladbach und Viersen hatten im Workshop die Möglichkeit, sich einerseits in einem Vortrag von Aynur Evler (ETN) über die Fördermittel, die Bewerbungs- und Antragsphase zu informieren. Andererseits wurden sie von Stefan Berghaus (ETN) über zwei bereits erfolgreich durchgeführte Projekte in der Umgebung informiert.

Beispiel: „ONLEIN versorgt“ in Düren. Drei Nahversorgungsläden der DORV Quartier GmbH werden online erreichbar und zur Pick-Up-Station erweitert. In Kooperation u.a. mit dem HIT-Verbrauchermarkt Aachen können so die Sortimentsgröße vervielfacht und eine 24-Stunden-Abholung gewährleistet werden.

Ein anderes Projekt ist der digitale Einkaufserlebnisführer in Lippstadt. Die Wirtschaftsförderung Lippstadt beabsichtigt ein digitales Einkaufserlebnisportal umzusetzen, auf dem über 450 Handels-, Gastronomie- und Dienstleistungsunternehmen ihre Multi-Channel-Aktivitäten miteinander vernetzen können. Als Basis dafür dient die Datenbank eines bislang in Papierform erstellten Shopping-Plans.

Alle Einzelhändler, die selbst Ideen zur Umgestaltung ihres Ladengeschäftes, können Projektideen ab sofort bis zum 1. August einreichen. Gefördert werden können zum Beispiel digitale Programme zur Kundenbindung, Lösungen für die datenschutzrechtlich sichere Verwertung von Kundendaten oder der Einsatz der auch für den Handel interessanten Künstlichen Intelligenz. Die mögliche Förderung beträgt bis zu 80 Prozent der Projektkosten für einen Zeitraum von sechs bis zu 24 Monaten.

In bisher zwei Runden des Projektaufrufs „Digitalen und stationären Einzelhandel zusammendenken“ hat eine Jury insgesamt 16 Ideen zur Förderung ausgewählt. Das Land Nordrhein-Westfalen beteiligt sich mit rund zwei Millionen Euro an den Vorhaben, das Gesamtvolumen liegt bei etwa vier Millionen Euro.

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