1. NRW
  2. Städte
  3. Mönchengladbach

Mönchengladbach: Flughafen erhält Landeszuschuss für Befeuerungsanlage

Grundlage auch für Innovationen : Flughafen erhält vom Land 176.000 Euro für Befeuerungsanlage

Der Zuschuss wird in die Steuerung der Lichter auf der Start- und Landebahn investiert. Das soll auch innovativen Projekten am Mönchengladbacher Airport nutzen.

Erst vor anderthalb Monaten hat das Bundesverkehrsministerium 2,6 Millionen Euro für das Forschungsprojekt Skycab zur Entwicklung von Flugtaxis locker gemacht. Die an diesem Vorhaben beteiligte Mönchengladbacher Flughafengesellschaft kann sich nun über weitere Fördermittel freuen: Das Land Nordrhein-Westfalen beteiligt sich mit 176.000 Euro an den Kosten für eine neue Steuerungstechnik der Befeuerungsanlage des Airports. Flughafen-Geschäftsführer Franz-Josef Kames hofft, dass die neue, insgesamt 220.000 Euro teure Elektronik im Herbst installiert ist.

Warum ist der Zuschuss wichtig? Der Zuschuss des Landes fließt zwar nicht in die Flugtaxi-Entwicklung, hilft aber nicht nur diesem Projekt indirekt. „Damit wir am Flughafen innovative Themen spielen können, ist es erforderlich, dass die Technik auf dem neuesten Stand ist“, sagt Geschäftsführer Ulrich Schückhaus. Mit mehr als 42.000 Starts und Landungen sei der Mönchengladbacher Flughafen „einer der größten Serviceflughäfen Deutschlands, er beheimatet auch mehrere renommierte Flugschulen.“ Eine moderne Flughafenbefeuerung sei für alle Segmente unverzichtbar.

Um welche Technik geht es? Die derzeit arbeitende Steuerung der für den Instrumentenflugbetrieb nötigen Befeuerungsanlage wurde 1995 am Mönchengladbacher Flughafen installiert. Über ein Bedienpult kann die Mannschaft im Tower mit Hilfe der Elektronik die Lichtsignale für die Navigation auf der Start- und Landebahn, der Rollbahn und im Anflugbereich des Flughafens steuern. Einen „sehr teuren Lichtschalter“, nennt Geschäftsführer Franz-Josef Kames die Steuerung salopp. Mit ihr könne der Tower beispielsweise auch die Lichter dimmen, wenn einem Piloten das Licht beim Anflug zu grell sei. Die 220.000 Euro werden ausschließlich in die Steuerung investiert, nicht in die Lampen, bei denen zum Teil bereits moderne LED-Technik im Einsatz ist.

Welche Perspektiven ergeben sich? Den nun erteilten Förderbescheid für die neue Steuerungstechnik brachte auch Landesverkehrsminister Hendrik Wüst in Verbindung mit zukunftsweisenden Projekten am Mönchengladbacher Flughafen. Die Landesregierung schaffe damit Voraussetzungen für die Erforschung innovativer Mobilitätsoptionen. „Wir wollen, dass die Mobilität der Zukunft in Nordrhein-Westfalen erforscht, entwickelt und am besten auch produziert und eingesetzt wird“, sagte Wüst. Der Mönchengladbacher Landtagsabgeordnete Jochen Klenner (CDU) bewertet diesen Hinweis auf Forschung am Flughafen als ein wichtiges positives Signal: „Ich kann mir vorstellen, dass wir weitere innovative Projekte im Rahmen der Strukturförderung für das rheinische Revier in Mönchengladbach verwirklichen können.“

Für eine möglichst nahe Zukunft wünscht sich Ulrich Schückhaus, dass der Bund die Kosten für die Flugsicherung wie an den großen deutschen Airports auch an kleineren wie dem Mönchengladbacher übernimmt. „Wenn heute eine Cessna in München startet, übernimmt der Bund die Kosten für die Flugsicherung dort. Wenn diese Cessna dann in Mönchengladbach landet, tragen wir die Flugsicherungskosten“, beschreibt Schückhaus die Lage. Ende vergangenen Jahres hat sich die Flughafengesellschaft deshalb bereits an den Bundesverkehrsminister gewandt. Die Antwort des Ministeriums war freilich nicht zufriedenstellend. Sie lief laut Schückhaus auf die Auskunft hinaus, es sei noch nichts entschieden. „Wir verfolgen das über weitere Kanäle aber weiter“, sagte der Geschäftsführer am Freitag.