Traditionen in Mönchengladbach Wenn die Sterne am Filmhimmel funkeln

Mönchengladbach · Seit 15 Jahren machen sich die Produktionen des Klubs „Objektiv“ in der Fachwelt einen Namen. In diesem Jahr ist wieder ein lokaler Beitrag bei den besten des Bundes dabei. Die prämierten Filme wurden jetzt gezeigt.

Der Vorsitzende des Film-Klubs, Karl-Heinz Klinken (2.v.l.), mit den vier Autoren der prämierten Filme und Oberbürgermeister Felix Heinrich (2.v.r.), Frank Kindervatter (NEW, r.) und Bernd Ormanns (Stadtsparkasse, l.)

Der Vorsitzende des Film-Klubs, Karl-Heinz Klinken (2.v.l.), mit den vier Autoren der prämierten Filme und Oberbürgermeister Felix Heinrich (2.v.r.), Frank Kindervatter (NEW, r.) und Bernd Ormanns (Stadtsparkasse, l.)

Foto: Markus Rick (rick)

Die Mitglieder des Mönchengladbacher Filmklub „Objektiv" hatten nach der Coronapause wieder zur Filmmatinee „Sterne am Filmhimmel“ in den Carl-Orff-Saal eingeladen. Tradition ist es, dass dort vier hoch prämierte Wettbewerbsbeiträge aus ganz Deutschland gezeigt werden. Die Prämierten waren aus München, Landshut, Blieskastel angereist. Ein Preisträger kommt aus Mönchengladbach.

Mit dem Mönchengladbacher Franz-Josef Thissen hat es ein Hobby-Filmer bis zu den höchsten Weihen geschafft. Der Film „Der Schlechte, Treulose, Unzuverlässige" hat Thissen, der aus den Reihen des Filmklubs „Objektiv" stammt, bis zur Silbermedaille beim Bundesfilmfestival „Doku" in Castrop-Rauxel gebracht. Er serviert damit anspruchsvollen Inhalt vorrangig in Schwarz-Weiß, indem er das Leben der jungen Malerin Gabriele Münter beleuchtet. Die renommierte Vertreterin des Expressionismus in Deutschland unterhielt eine Liebesbeziehung zu ihrem berühmten russischen Malerkollegen Wassily Kandinsky, der Mitbegründer der Künstlergruppe „Blauer Reiter" war. Intime Einblicke in die Beziehung des Paars, aber auch das Berücksichtigen der politischen Entwicklungen und künstlerischen Ansätze machen Thissens ungewöhnliches Werk aus.

Marcus Siebler ist nicht nur der Präsident des Bundes Deutscher Filmautoren, kurz BDFA, sondern mit seinem kurzen Spielfilm „Schwarzstrom" hat der Landshuter die Goldmedaille des Bundesfilmfestivals „Fiction" in Schrobenhausen erreicht. Seine in der Zukunft angesiedelte fiktionale Erzählung nimmt kein glückliches Ende. Die Hauptfigur namens Herr Krieger wird zu Hause von den Behörden kontrolliert und schwer bestraft. Nachbarn haben den Lagerarbeiter angezeigt. Es drohen ihm 2536 Euro Bußgeld und eine Gefängnisstrafe. Die filmische Dystopie beschreibt eine bewusst düster gehaltene Szenerie – es herrschen Inflation und Strommangel in Deutschland.

Der Film „Libelle Dragonfly“ von Jürgen Liebenstein gewann beim Bundesfilmfestival „Natur“ in Blieskastel den „Silberner Schmetterling“. Die Reportage „Es regnete zu viel“ von Jakob Breidenbach erhielt beim Bundesfilmfestival „Reportage“ in Harsefeld die Silbermedaille.

Mit der jährlichen Filmmatinee habe man sich zum Ziel gesetzt, anderen Filmern und Klubs die Gelegenheit zu geben, ihre Werke zu präsentieren. Es seien ganz besondere Werke, unterstrich Oberbürgermeister Felix Heinrichs als Schirmherr. Er bemerkte noch, dass der gastgebende Filmklub „Objektiv“ am 30. Dezember 2008 gegründet wurde und schon 15 Jahre besteht.

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