Mönchengladbacher als Kolonne unterwegs Feuerwehr sendet erneut Einsatzkräfte zu EM-Spiel nach Köln

Update | Mönchengladbach · Einsatzkräfte der Mönchengladbacher Feuerwehr sowie mehrerer Hilfsorganisationen unterstützen bei mehreren EM-Spielen an den jeweiligen Spielorten. Am Mittwoch, 19. Juni, fahren sie erneut nach Köln. Warum sie dafür als Verband unterwegs sind und was das für andere Verkehrsteilnehmer bedeutet.

 Mit mehreren Rettungswagen, Krankentransportwagen und Notärzten waren die Mönchengladbacher unterwegs nach Köln (Symbolfoto).

Mit mehreren Rettungswagen, Krankentransportwagen und Notärzten waren die Mönchengladbacher unterwegs nach Köln (Symbolfoto).

Foto: dpa/Marcel Kusch

Zu mehreren Spielen der Europameisterschaft 2024 werden Einsatzkräfte der Mönchengladbacher Feuerwehr angefordert und an den Austragungsstätten als „überörtliche Hilfe“ unterstützen. Das ist am Mittwoch, 19. Juni, erneut der Fall. Ab dem Nachmittag machen sie sich auf den Weg nach Köln, wie die Feuerwehr am selben Tag mitteilte. Ab 21 Uhr findet das Vorrundenspiel Schottland gegen die Schweiz in der Domstadt statt.

Auf Grundlage der vorgeplanten überörtlichen Hilfe wird ein Patiententransportzug der Stadt Mönchengladbach (PT-Z 10 NRW MG) dorthin verlegt. Dieser ist so konzipiert worden, dass zehn Patienten unterschiedlicher Sichtungskategorien versorgt und transportiert werden können. Er besteht aus vier Rettungswagen, vier Krankentransportwagen und zwei Notarzteinsatzfahrzeugen des Katastrophenschutzes, besetzt durch die Mönchengladbacher Hilfsorganisationen (Arbeitersamariterbund, Deutsches Rotes Kreuz, Johanniter-Unfall-Hilfe und Malteser Hilfsdienst), einem Einsatzleitwagen der Einheit Information- und Kommunikation der Freiwilligen Feuerwehr unter Führung der Berufsfeuerwehr mit rund 25 Einsatzkräften.

Ein solcher Zug aus der Vitusstadt mit derselben Fahrzeug- und Personenstärke war auch bereits am Samstag, 15. Juni, beim EM-Spiel Ungarn gegen die Schweiz in Köln vor Ort.

Diese Fahrzeuge sind nach Angaben der Feuerwehr immer im geschlossenen Verband, also als Kolonnenfahrt, auf den Straßen und Autobahnen unterwegs. Dies ist auch bei der 63 Kilometer langen Fahrt nach Köln der Fall. „Kolonnen sind auf unseren Straßen durchaus selten geworden, werden aber in den nächsten Wochen vermehrt auf Straßen anzutreffen sein“, teilt der Zugführer der Mönchengladbacher Feuerwehr dazu mit.

Während der noch bis zum 14. Juli andauernden Fußball-EM werde es den Angaben zufolge noch häufiger vorkommen, dass Kräfte und Fahrzeuge aus Mönchengladbach nach entsprechender Vorplanung an den NRW-Spielorten eingesetzt sind. In NRW sind die Spielstätten neben Köln in Dortmund, Düsseldorf und Gelsenkirchen. Dabei gibt es für andere Verkehrsteilnehmer Einiges zu beachten:

Woran erkennt man eine Kolonne?

Alle Fahrzeuge bis auf das letzte führen auf der Fahrerseite eine blaue Flagge. Das letzte Fahrzeug hingegen trägt eine grüne Flagge, zusätzlich kann es mit einer Warntafel ausgestattet sein. Das Blaulicht auf den Fahrzeugen darf angeschaltet sein.

Welche Rechte hat eine Kolonne?

Verkehrsrechtlich gelten Kolonnen als ein Fahrzeug. Ein geschlossener Verband darf deshalb komplett bei Rot über die Ampel fahren, wenn das erste Fahrzeug sie noch bei Grün geschafft hat. Auch im Kreisverkehr, an Zebrastreifen und Kreuzungen oder beim Reißverschlussverfahren gilt: Die Kolonne darf stets zusammenbleiben. Das bedeutet auch, ein Unterbrechen der Kolonne durch „Reinquetschen“ ist nicht erlaubt.

Darf man eine Kolonne überholen?

Ja, aber nur in einem Rutsch, ohne sie durch Einscheren zu trennen. Das geht fast nur auf Autobahnen oder mehrspurigen Schnellstraßen, erläutert der Sprecher.

Das eingeplante Personal und die vorgesehenen Fahrzeuge und Rettungsmittel dürfen nicht aus dem Potenzial des Regelrettungsdiensts gestellt werden. Etwa 60 Minuten nach der Alarmierung muss der Verband in der festgelegten Kräftesammelstelle „abmarschbereit“ sein.

(leb)