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Mönchengladbach: Familie wegen schweren Bandendiebstahlt vor Gericht

Familie aus Mönchengladbach : Trio soll Haushaltsgeräte in Baumärkten gestohlen haben

Eine Familie soll in insgesamt neun Städten in ganz Nordrhein-Westfalen Gartengeräte aus Baumärkten gestohlen haben. Während einer die Mitarbeiter ablenkte, versteckte ein anderer die Geräte im Außenbereich. Abends holten sie die Beute.

Eine Familie auf der Anklagebank: Seit Mittwoch müssen sich ein 22-Jähriger und seine Ehefrau (27) sowie seine Mutter (42) wegen gemeinsamen schweren Bandendiebstahls vor dem Landgericht Mönchengladbach verantworten. Der Vorwurf: Sie sollen zwischen August 2017 und Januar 2020 in mehreren Baumärkten hochwertige Gartengeräte sowie Haushaltsgegenstände entwendet haben. In zwei Fällen war ein gesondert verfolgter Mann beteiligt.

Bei mehreren Taten soll die Masche identisch gewesen sein: Eine Person habe die Baumarkt-Mitarbeiter abgelenkt, während der Hauptangeklagte die vorab per Smartphone ausgewählten Produkte zum späteren unerlaubten Mitnehmen in den eingezäunten Außenbereichen versteckt habe. In den späten Abend- oder Nachtstunden soll der 22-Jährige über den Zaun gestiegen sein, die Kartons mit einem Seil zusammengebunden und so über den Zaun bugsiert haben. Bei einer weiteren Tat habe der Angeklagte mehrere Durchlauferhitzer im Wert von 2000 Euro in einem Spiegelschrank versteckt, nur diesen bezahlt und die übrigen Waren unbemerkt aus dem Baumarkt geschmuggelt.

Der Gesamtschaden der in Essen, Bad Dürkheim, Nettetal, Wegberg, Dülken, Jülich, Duisburg, Köln und Münster begangenen Taten beläuft sich auf knapp 20.000 Euro. Ein Teil der Ware soll in der Wohnung des Ehepaares in Mönchengladbach versteckt worden sein. Andere Pakete verschickten die Angeklagten per Paketdienst an sich selbst, um bei einer möglichen Polizeikontrolle nicht durch die große Anzahl an Gartengeräten im Auto aufzufallen.

Die Diebesbeute, darunter ein Dutzend Mähroboter, elektrische Heckenscheren, Durchlauferhitzer, Lampen sowie Kettensägen, soll über die Online-Verkaufsplattform Ebay veräußert worden sein. Zunächst war auch der Vater beziehungsweise Ehemann der Angeklagten Bestandteil der Ermittlungen, da er Zahlungen der Verkäufe auf sein Paypal-Konto erhalten hatte. Laut Eröffnungsbeschluss besteht jedoch kein hinreichender Tatverdacht, so dass er nicht angeklagt wurde. Eventuell wird er als Zeuge geladen. Der 22-Jährige ist seit seiner Festnahme in U-Haft, Mutter sowie Ehefrau sind auf freiem Fuß. Der Prozess wird am 12. August fortgesetzt.