Mönchengladbach: Fahrraddemo gegen Braunkohleabbau von RWE mit Sternmarsch

Kundgebung in Keyenberg : Protest und Fahrraddemo gegen Braunkohle

Bis zu 3000 Demonstranten kamen mit einem Sternmarsch aus der ganzen Region zur Kundgebung nach Keyenberg – auch per Fahrrad aus Mönchengladbach. Die Demonstranten trafen auch auf RWE-Mitarbeiter.

Der Fahrradkorso mit dem Ziel Keyenberg in Erkelenz machte sich am Samstagmittag am Sonnenhausplatz auf. Er wuchs von Station zu Station, von Rheydt über Wanlo und Erkelenz bis zum Ziel, dem Protest gegen den Braunkohle-Abbau in dem Erkelenzer Dorf. Rund 300 Radfahrer beteiligten sich an der Fahrrad-Demo des ADFC Mönchengladbach. Die Initiative „Alle Dörfer bleiben“ hatte zu einem Sternmarsch von Erkelenz, Mönchengladbach und Jüchen aus nach Erkelenz aufgerufen, um gegen den Braunkohleabbau und die Umsiedlung von Dörfern für den Tagebau zu protestieren. Aus Mönchengladbach waren nicht nur die Radfahrer dabei, noch mehr machten sich zu Fuß auf den Weg vom Treffpunkt in Wanlo nach Keyenberg.

Ob es nun 1900 Teilnehmer waren, die nach Angaben der Polizei am Sternmarsch nach Keyenberg mitmachten, oder ob es mehr als 3000 waren, wie die Veranstalter von „Alle Dörfer bleiben“ und „Das gelbe Band“ mit Zählgeräten erfasst hatten, war für Christopher Laumanns nicht entscheidend. „Wir haben friedlich, bunt, laut und einfallsreich auf unser Anliegen aufmerksam gemacht“, sagte Laumanns von der Organisation der Aktion. Vor allem zeigte dieser Sternmarsch nach Keyenberg nach Ansicht der Veranstalter die Solidarität derer, die im Rheinland für den Ausstieg aus der Braunkohle sind und für den Erhalt der Dörfer im Erkelenzer Osten und für den Erhalt des Hambacher Forstes.

Von Jüchen aus nahmen rund 300 Demonstranten den Weg nach Keyenberg auf sich. Sie starteten am Bahnhof Hochneukirch. Eigentlich sollte auf der Aussichtsplattform in Hochneukirch eine Zwischenkundgebung abgehalten werden. Dort setzten aber RWE-Mitarbeiter ihre am vergangenen Wochenende gestartete Mahnwache fort. Zu Auseinandersetzungen kam es nicht. Es blieb bei einigen verbalen „Scharmützeln“. Versammlungsleiter Tim Petzoldt schwor die Demonstranten ein: „Bitte habt auch Verständnis dafür, dass die RWE-Mitarbeiter für ihre Sache kämpfen“, sagte er.

„Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“, skandierte das bunte Völkchen. „Demonstriert doch mal in China, ihr Arbeitsplatzvernichter“, rief ein RWE-Mitarbeiter den Demonstranten zu. Und Tagebau-Betriebsleiter Markus Kosma beklagte, die Demonstranten trieben einen Keil zwischen die Menschen in den Umsiedlungsorten.

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