Mönchengladbach: "Extrablatt" baut am Alten Markt um und öffnet im Dezember

Neueröffnung in Mönchengladbach : „Café Extrablatt“ baut am Alten Markt um

Das frühere „Graefen + König“ ist derzeit eine Baustelle: Franchisenehmer Stipe Madzar richtet dort eine Filiale der Kette „Café Extrablatt“ ein. Mehr als eine Million Euro wird dort investiert.

In der heißen Juli-Sonne ist der Alte Markt ziemlich belebt. Die Cafés und Bars haben zahlreiche Tische und Stühle draußen auf dem Pflaster stehen. Nur mittendrin tut sich eine riesige Lücke auf, die derzeit von drei Baucontainern gefüllt wird. Es sind die Container eines Abrissunternehmens, das die letzten Reste des ehemaligen „Graefen + König“ aus dem Lokal holt. Damit ist klar: Hier tut sich etwas.

Wie Michael Hollmann, Chef der Bolten-Brauerei, bestätigte, hat er einen neuen Pächter für die Räume gefunden. Dort wird noch in diesem Jahr ein „Café Extrablatt“ eröffnen. Franchisenehmer Stipe Madzar und sein Geschäftspartner Igar Stepanow haben vor einer Woche damit begonnen, die Räume für ein neues Lokal der bundesweit agierenden Kette umzubauen.

Und dabei bleibt kein Stein auf dem anderen. „Die gesamten Räume werden komplett entkernt“, sagt Stipe Madzar unserer Redaktion bei einem Rundgang über die Baustelle. Nach Auskunft des Geschäftsführers wird mehr als eine Million Euro in den vollständigen Umbau des Lokals investiert. Und das sieht man im Inneren auch: Die Fliesen sind vom Boden geschlagen, die Decke ist heruntergerissen, Wände sind freigelegt.

(v.l.): Stipe Madzar (Franchisenehmer und Geschäftsführer), Bolten-Chef Michael Hollmann, Igar Stepanow (Geschäftsführer). Foto: Andreas Gruhn

Im Grunde bleiben nur die Wände und die Fenster drin, wobei auch die große Glasfassade zum Alten Markt hin neu gebaut wird. „Wenn alles fertig entkernt ist werden wir eine komplett neue Aufteilung planen“, sagt Igar Stepanow. Anschließend erst werde es auch einen Möblierungsplan geben. Wie viele Plätze eingeplant sind, ist deshalb noch nicht klar.

Klar ist bereits jetzt, dass es einen Garten mit Raucherplätzen geben soll. Außerdem wird eine Borussia-Ecke eingerichtet. Das ist in vielen Cafés der Franchise-Kette in Bundesliga-Städten üblich. Hollmann hofft, dass „wir Borussia dafür begeistern können“. Dort wird es dann auch Spiele der Fußball-Bundesliga zu sehen geben. Außerdem ist eine Kinderecke geplant mit alten Schulbänken, wo die kleinen Besucher malen und spielen können. „Wir wollen den Alten Markt mit diesem Café ein wenig neu beleben und junge Leute und Jugendliche aus dem Bereich des Minto wieder in die Oberstadt holen“, sagt Hollmann. Die Eröffnung ist spätestens für Dezember dieses Jahres geplant.

Beim „Café Extrablatt“ handelt es sich um eine bundesweite Kette mit derzeit rund 90 Standorten, die die Filialen der Franchisenehmer zentral mit Speisen beliefert. Die werden dann vor Ort zubereitet. „Convenience Food“ nennt sich dieses Konzept. Getränke gibt es aus regionalem Ausschank. Wenig verwunderlich, dass es sich in diesem Fall um Bolten handeln wird.

Damit wird innerhalb weniger Monate eine Lücke in der Mönchengladbacher Gastronomie in prominentester Lage geschlossen. Ende Januar hatte der Betreiber des „Graefen + König“ angekündigt, das Lokal nach 26 Jahren zu schließen. Das große Restaurant mit angeschlossener Bar (insgesamt mehr als 300 Quadratmeter Fläche) war für viele Stammgäste eine Institution. Weil es Probleme mit einer Neueröffnung am „Alter Markt“ in Köln gab, die sich ungeplant verzögerte, wurde es mit der Finanzierung schwierig. Der Betreiber musste daraufhin für das „Graefen + König“ Insolvenz beantragen.

Doch nur zwei Monate nach der Schließung übernahm Bolten-Chef Michael Hollmann als Mieter die Räume und suchte einen neuen Betreiber. Den hat er nun gefunden: „Stipe Madzar ist ein erfahrener Gastronom.“ Er betreibt bereits weitere Cafés in anderen Städten.

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