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Mönchengladbach: Evamaria Enk (SPD) ist neues Mitglied im Stadtrat

Neues Ratsmitglied in Mönchengladbach : „Jung und weiblich ist kein Hindernis“

Evamaria Enk ist eine von 28 Frauen im neuen Stadtrat. Das reicht ihr noch nicht. Mit ihrem Mandat will die 24-Jährige dafür sorgen, dass noch mehr Frauen den Schritt in die Politik wagen. Auch das Miteinander ist für sie ein wichtiger Punkt in Mönchengladbach.

Evamaria Enk liebt Mönchengladbach. Und sie möchte, dass sich alle anderen Stadtbewohner dort genau so wohlfühlen wie sie. Da ist aber noch Luft nach oben, findet sie. Deswegen sitzt die 24-jährige SPD-Politikerin jetzt im Stadtrat. „Ich möchte die Gemeinschaft in den Stadtteilen stärken, vor allem in den äußeren, eher ländlichen Bezirken“, sagt Enk. Für das Ehrenamt, sei es die Freiwillige Feuerwehr oder der Schützenverein, möchte sie sich besonders einsetzen. „Wir brauchen Räumlichkeiten, in denen sich Dorfgemeinschaften treffen und miteinander feiern können“, sagt sie. Das stärke den Zusammenhalt, den sie vorantreiben möchte. Dazu gehört auch eine bessere Infrakstruktur: wohnungsnahes Einkaufen, gute Verkehrsanbindungen, Kindergärten und soziale Treffpunkte.

Evamaria Enk liebt Mönchengladbach sogar so sehr, dass sie für ihr Stadtratsmandat in Düsseldorf arbeitet. Als Verwaltungsbeamtin dürfte sie in Mönchengladbach nämlich nicht gleichzeitig Mitglied des Stadtrates sein. „Da ich das schon immer wollte, stand es für mich außer Frage, hier meinen Job auszuüben“, sagt sie.

Nach ihrem Abitur studierte Enk an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Duisburg. Danach arbeitete sie eineinhalb Jahre im Veterinäramt. Sie wechselte nach Düsseldorf und arbeitet seitdem als Verwaltungsbeamtin bei der Landesverwaltung. Nebenher absolviert sie noch ein Masterstudium im Bereich Personalmanagement. Das alles bekommt sie unter einen Hut mit ihrem Terminkalender. Untypisch für ihre Generation ist der aus Papier und nicht digital. Wichtig ist für sie auch der Rückhalt ihrer Familie, „ohne den geht nichts“, sagt sie.

Ein großes Anliegen ist ihr der Tier- und Umweltschutz. „Wir brauchen echte Alternativen zum Auto, Menschen sollen sich auch mit dem Rad und öffentlichen Verkehrsmitteln sicher durch die Stadt bewegen können.“ Für Enk eine Investition, von der alle etwas haben: Man schütze die Umwelt und werte die Lebensqualität in der Stadt auf.

Frauen in der Politik, auch das ist ein Thema für die 24-Jährige. Mit ihrem Mandat möchte sie zeigen, dass man auch als junge Frau mitreden kann und unbedingt sollte. „Jung und weiblich — das klingt immer wie ein Hindernis. Ist es aber nicht“, sagt sie. Sie ist froh, dass im Stadtrat so viele weibliche SPD-Ratsmitglieder gibt. Sie wünscht sich, das sie gemeinsam im Stadtrat auch überparteilich eine Möglichkeit finden, Frauen in die Politik zu holen. „Es ist nicht so, dass man als Frau untergebuttert wird, die Meinung nicht zählt und man nicht unbequem sein darf“, sagt sie.

Auf ihre neue Position im Stadtrat fühlt sich Enk vorbereitet. „Ich bin seit acht Jahren politisch aktiv. Ich kenne zwar bisher nur die innerparteiliche Arbeit, aber die ist sehr ähnlich“, sagt sie. Von ihren älteren Kollegen erwartet sie trotz ihres Alters und ihrer wenigen Erfahrungen Respekt und Ernsthaftigkeit. „Ein bestimmtes Alter ist kein Indiz für Wissen oder Unwissen“, sagt sie.