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Mönchengladbach: Ernst Kreuder bildet geflüchtete junge Erwachsene aus

Unternehmen in Mönchengladbach : Integration durch Ausbildung

Das Bauunternehmen Ernst Kreuder engagiert sich seit fünf Jahren in der Ausbildung junger Asyl- und Schutzsuchender. Hier absolvieren zurzeit die Flüchtlinge Diallo und Fofanah eine Ausbildung zum Straßenbauer.

Nils Thönnessen kann den Stolz auf Mamadu Fofanah und Mamadou Yero Diallo nicht verhehlen. Die beiden Auszubildenden leben nach der Flucht aus Krisengebieten erst seit wenigen Jahren in Deutschland. Kürzlich erhielten sie ein erstes Zeugnis von der Berufsschule, die Noten sind gut. Der „Wahnsinn“ sei auch ihre schnelle Entwicklung beim Erlernen der deutschen Sprache, berichtet der Baustellenleiter. „Es ist ganz fantastisch zu sehen, was wir von den jungen Leuten in der täglichen Arbeit zurückbekommen, wenn wir sie fordern und fördern. Die Auszubildenden, die wir momentan beschäftigen, unterstützen unsere Baustellenmitarbeiter hervorragend und haben mit ihrem Fachwissen, das sie dabei täglich dazugewinnen, beste Chancen, ihre Prüfungen erfolgreich zu absolvieren“, lobt der Ausbildungsleiter für die gewerblichen Berufe bei der Ernst Kreuder Bauunternehmung.

Seit fünf Jahren engagiert sich das Unternehmen in der Ausbildung junger Asyl- und Schutzsuchender, die in ihren Heimatländern Schule oder Ausbildung nicht beginnen oder nicht fortsetzen konnten. Die Anstrengungen werden von der Bundesregierung durch das Integrationsgesetz von 2016 und das Mitte 2019 verabschiedete Gesetz zur Duldung bei Ausbildung und Beschäftigung ermöglicht. Gefördert wird auf diese Weise die Integration der betroffenen Menschen in Gesellschaft und Arbeitsmarkt. Von besonderer Bedeutung für ausbildende Unternehmen ist die „Drei-plus-zwei-Regelung“. Sie besagt, dass geduldete Flüchtlinge für die Zeit ihrer Ausbildung und unmittelbar danach in Deutschland bleiben dürfen.

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Oliver Schilden berichtet, dass der erste auszubildende Geflüchtete, mit dem das Bauunternehmen 2016 die Zusammenarbeit aufnahm, inzwischen die Gesellenprüfung zum Straßenbauer erfolgreich absolviert hat und übernommen wurde. „Wir sind sehr stolz auf ihn und freuen uns täglich darüber, ihn in unserem Team zu haben“, so der geschäftsführende Gesellschafter von Ernst Kreuder. Er versichert, vom Konzept „restlos überzeugt“ zu sein und erklärt im Namen des Unternehmens: „Wir werden auch zukünftig diese Strategie fortsetzen und weiterhin jungen Menschen aus fremden Ländern die Möglichkeit geben, sich durch eine qualifizierte Ausbildung eine Lebensgrundlage zu schaffen“.

Die neuen Auszubildenden Fofanah und Dialla betonen, einen Ausbildungsplatz zum Traumberuf erhalten zu haben. Es gefalle ihnen, an der frischen Luft zu arbeiten und die Früchte ihres Handwerks wachsen zu sehen. „Hier kann ich immer wieder herkommen und auch anderen Leuten zeigen, was ich gemacht habe“, versichert der 19-jährige Fofanah stolz. Er flüchtete aus Sierra Leone und fand nach Mönchengladbach. Der 17-jährige Diallo sagt, er habe das Unternehmen bei einem Praktikum im Januar kennen- und schätzengelernt. Seit zwei Jahren in Deutschland kann er sich – wie sein Kollege – in der bis vor kurzem noch fremden Sprache gut verständigen. „Die Mitarbeiter achten darauf, dass die Jungs auch gleich das Fachvokabular lernen“, hebt Thönnessen hervor. Er freut sich über den bisherigen Erfolg der angehenden Facharbeiter. Zugleich wünscht er sich, dass sich noch viel mehr Unternehmen mit dem Thema beschäftigen und jungen Flüchtlingen die Chance auf eine qualifizierte Ausbildung ermöglichen.

Beim Blick auf seine Erfahrungen versichert der Baustellenleiter: „Das, was ein Unternehmen in diese Menschen investiert, bekommt es in den allermeisten Fällen um ein Vielfaches zurück.“