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Mönchengladbach: Erneut Umschlag mit verdächtigem Pulver aufgetaucht

Sperrung der Innenstadt : Dritter Umschlag mit verdächtigem Pulver in Mönchengladbach

In Rheydt mussten am Freitag wegen eines Polizei- und Feuerwehreinsatzes Straßen gesperrt werden. In einem „öffentlichen Büro“ an der Harmoniestraße war gegen Mittag eine verdächtige Substanz gefunden worden. Sieben Stunden später gab es die Entwarnung.

Es ist bereits das dritte Mal, dass in Rheydt ein Umschlag mit einer verdächtigen Substanz einen Polizei- und Feuerwehreinsatz auslöste. Dieses Mal war der Briefumschlag in einem „öffentlichen Bürogebäude“ an der Harmoniestraße gelandet, wie die Polizei mitteilte. Das Gebäude habe man in einem kleinen Bereich räumen müssen. Außerdem wurde die Marktstraße von der Stresemannstraße aus mehrfach für den Einsatz gesperrt. Spezialkräfte untersuchten das Pulver, das offenbar dem gefährlichen Milzbranderreger ähnelt. Hinzugezogen wurden der Fachberater Gefahrgut der Feuerwehr Viersen sowie jeweils ein Chemiker der Analytischen Task Force (ATF) aus Essen und Köln. Die Feuerwehr evakuierte die dritte Etage des Gebäudes und sicherte den möglicherweise kontaminierten Bereich. Polizeikräfte sperrten Straßen im unmittelbaren Umfeld des Einsatzortes. Nach siebenstündigem Einsatz gab es die Entwarnung: Die Substanz ist harmlos.

Bereits am 2. Juni war ein Schreiben mit einer verdächtigen Substanz verschickt worden. In dem Fall hatte der Brief eine Rechtsanwaltskanzlei in Rheydt erreicht. Polizisten hatten das Beweisstück mit zur Wache genommen, die daraufhin gesperrt wurde.

Einen Monat später, am 7. Juli, landete ein solcher Umschlag beim Rheydter Amtsgericht, zusammen mit einem Drohbrief, der an eine Richterin adressiert war. In beiden Fällen waren Spezialisten der Feuerwehr aus Köln und Essen angefordert worden, um die undefinierte Substanz zu testen. Beide Male stellte sich heraus: Von der Substanz im Umschlag geht keine Gefahr aus.

Nach dem zweiten Brief hatten die Ermittlungen der Polizei rasch auf die Spur eines 42-jährigen Mannes geführt. Die Beamten waren die Prozess-Termine der Richterin und die Listen der Geladenen für die kommenden Tage durchgegangen. Dabei war der Mann in den Fokus geraten. Er konnte bereits am Abend des 7. Juli festgenommen werden. Da Anhaltspunkte für eine psychische Erkrankung des 42-jährigen Verdächtigen vorlagen, wurde der Mann vom Ordnungsamt in ein Fachkrankenhaus eingewiesen.

Hinweise, dass die Fälle zusammenhängen, hatte es zu diesem Zeitpunkt nicht gegeben. Nun ist also der dritte Brief mit verdächtigem Inhalt aufgetaucht. Er landete in dem Gebäude an der Harmoniestraße, wo die Sparkasse und die Stadtverwaltung untergebracht sind.

Kriminalpolizeiliche Ermittlungen, die zur Feststellung des Absenders dieses Briefes führen sollen, sind am Freitag noch während des laufenden Feuerwehr-Einsatzes aufgenommen worden. Die Polizei Mönchengladbach sieht aktuell keinen Zusammenhang mit zwei Vorfällen vom 2. Juni und vom 7. Juli, als in Rheydt an anderen Stellen Umschläge mit zunächst als verdächtig eingestuften, letztlich aber auch ungefährlichen Substanzen aufgetaucht waren.

Sachdienliche Hinweise zu dem aktuellen Fall sollten unter der Rufnummer 02161 290 an die Polizei Mönchengladbach gerichtet werden.