Mönchengladbach: Enten-Rallye in Hardt

Enten-Rallye in Mönchengladbach : Mit Gemütlichkeit durch den Niederrhein

Seit 18 Jahren treffen sich Auto-Liebhaber zur Internationalen Enten-Rallye in Hardt. Was sie an ihren Fahrzeugen fasziniert.

Eine neben der anderen stehen die zwölf „Enten“ am Treffpunkt vor „Onkel Gustav“ aufgereiht und warten auf ihren Einsatz. Es ist ein nostalgisches Bild, das an Zeiten erinnert, als diese kleinen Fahrzeuge noch zum alltäglichen Verkehr gehörten. Die Autos des Typs Citroen 2CV sind am Samstag zur 18. Enten-Rallye nach Hardt gekommen.

Nacheinander gehen sie an den Start – jedoch erst nach gelöster Einstiegsfrage. Die diesjährige Ausfahrt ist wieder mit kleinen Fragen und Aufgaben gespickt, welche die Strecke begleiten. Organisator Stefan Schneider sucht in jedem Jahr eine interessante und gut fahrbare Strecke aus und stellt Fragen zusammen, die durch aufmerksames Schauen am Wegesrand beantwortet werden können. „Ich möchte der Bevölkerung unsere lieb gewonnenen Schätzchen präsentieren und den Teilnehmern unsere schöne niederrheinische Landschaft näher bringen“, sagt er. In diesem Jahr verlassen die Fahrer Hardt in Richtung Viersen, um dann weiter nach Krefeld zu fahren. Nach einem Stopp an der Carrera-Rennbahn geht es weiter nach Oedt, Tönis und Wankum und über Dülken zurück nach Hardt. Die Strecke umfasst etwa 90 Kilometer, insgesamt sind bis zu fünf Stunden für die Fahrt eingeplant. „Es heißt zwar Rallye, aber Blümchenpflücken ist erlaubt“, sagte Schneider.

Und was fasziniert die Teilnehmer an ihren Autos? Mit der Startnummer 11 nimmt eine weiße Ente teil, der man den Zahn der Zeit etwas ansieht. „Unsere Ente ist jetzt 30 Jahre alt und ein Gebrauchsauto. Wir nutzen sie auch zum alltäglichen Fahren. Kürzlich waren wir mit ihr im Urlaub und sind 4500 Kilometer nach Polen gefahren“, erzählt Thorsten Kacsich. „Das Tolle ist, dass man mit ihr nicht schnell fahren kann. Über Land ist es ein gemütliches Fahren, das einfach Spaß macht.“ Alles in diesem Fahrzeug ist noch mechanisch, nichts elektrisch. Durch das eingebaute Sonnendach, das zurückklappbar ist, gehören Entenfahrer zu den ersten, die sich im Frühjahr die Sonnenstrahlen auf den Kopf scheinen lassen können. „Wenn wir mit der Ente durch die Stadt fahren, wirken wir wie ein Glücksbringer. Die Leute freuen sich, lachen und Kinder winken. Sie hat eine Art Symbolwirkung, das ist lustig und es ist sehr nett, was uns dann so begegnet“, erzählt Simone Wildner. „Die Ente mit ihrem Hippieimage strahlt etwas auf andere Menschen aus, das irgendwie unbeschreiblich ist.“

Michael Lintzen checkt vor dem Start noch mal sein leuchtend rotes Gefährt. Foto: Renate Resch

Michael Lintzen aus Mönchengladbach fährt ebenfalls seine alltäglichen Fahrten mit seiner knallroten Ente. Schön und gepflegt steht sie am Start. Auf dem Rücksitz sitzen seine beiden Kinder, seine Frau ist als Beifahrerin dabei. „Die Ente ist noch mein allererstes Auto, mit original Lack, original Dach und den ursprünglichen Sitzbezügen“, berichtet er nicht ohne Stolz. „Zwischendurch hat sie 13 Jahre gestanden und wurde dann von einem Kfz-Meister, der sich auskennt, wieder fahrbereit gemacht.“ Lintzen fasziniert die Reduktion auf das Nötigste sowie das gemütliche Fahren. „Es ist ein einfaches Auto aber mit viel Raffinesse und Komfort. Man hat genügend Platz und sitzt bequem“, erklärt er.

Die Gewinner Thorsten Kacsich und Simone Wildner in ihrer weißen Ente. Foto: Renate Resch

Christoph Kühn, der bereits seit 15 Jahren seine Ente fährt, erzählt: „Mich fasziniert die Einfachheit und Schönheit an diesem Auto.“ Jedoch wird sein Fahrzeug geschont und nur im Sommer für alltägliche Fahrten verwendet. Das Ortskennzeichen KK ist ein Nostalgiekennzeichen und steht für den Kreis Krefeld. Als erstes Auto hatte Martina Schroers aus Hardt eine Ente. „Die Ente ist für mich wie ein lebendes Haustier“, erzählt sie. Inzwischen fährt sie in Ente Nummer vier, welche sie liebevoll Agate nennt – in Erinnerung an ihre erste. Nun ist es das elfte Mal, dass sie an der Enten-Rallye teilnimmt. „Es ist schön, wenn man sich jedes Jahr einmal trifft.“

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