Mönchengladbach: Endspurt für die Aktion Fit für 10

Fit für 10 : Nordic-Walker testen die Zehn-Kilometer-Distanz

Die Nordic-Walker von Fit für 10 trafen sich zur Generalprobe für den NEW-Volksbadlauf. Sie sind bereit für den 9. September.

Hätte man Elke Meuter vor einem Jahr gesagt, dass sie in weniger als 365 Tagen nicht mehr rauchen und an einem Samstagnachmittag mit Nordic-Walking-Stöcken durch den Volksgarten laufen würde, sie hätte einen wahrscheinlich für verrückt erklärt. „Ich habe in meiner Freizeit ungefähr alles gemacht außer Sport. Die Leute, die irgendwo mit Stöcken an mir vorbeigelaufen sind, habe ich immer nur belächelt“, sagt sie.

Als Schaustellerin in einer Würstchenbude traf man Meuter meist auf Schützenfesten, Weihnachtsmarkten oder Kirmessen, wo jeder Handgriff im Stehen erfolgt und der Rücken durch das ständige Bücken von morgens bis abends gekrümmt ist. Im September 2017 aber kam der Umbruch. Elke Meuter erlitt eine Gehirnblutung. In der Reha, die sie im Dezember besuchte, legte man ihr nahe, so schnell wie möglich etwas für ihre Gesundheit zu tun.

„Im Januar habe ich dann in der Zeitung von der Aktion ,Fit für 10’ gelesen“, sagt Meuter. Also beschloss sie, Teil der Gemeinschaftsaktion von Rheinische Post, NEW und der Stadtsparkasse zu werden und sich mit Hilfe der Trainer und der Betreuer des Projektes innerhalb eines halben Jahres auf den NEW Volksbad-Lauf am 9. September vorzubereiten. Dreimal pro Woche Training – anfangs eine Herausforderung. Elke Meuter blieb dran. „Das Nordic-Walking ist wunderbar für den Nacken und die Koordination“, sagt sie – eine gute Abwechslung zur Arbeit. „Und ich bin einfach viel fitter geworden. Beim Benefizlauf vergangene Woche bin ich zum ersten Mal jeden Kilometer unter zehn Minuten gewalkt. Ich habe nur auf meinen Fitness-Tracker geschaut und mich gefragt: War ich das wirklich?“, sagt Meuter. Jetzt will sie noch die Zehn-Kilometer-Marke bewältigen.

Teilnehmerin Heike Brüser wagt sich das dritte Mal an diese Distanz. Den Sport in ihren Vollzeit-Alltag zu integrieren, fiel ihr zu Beginn schwer. Doch Brüser fand ihre eigene Lösung: Neben dem wöchentlichen Training am Donnerstagabend, trifft sie sich nun jedes Wochende mit fünf weiteren Frauen – ihrer „Stadtwaldgruppe“ - zum Nordic-Walking in Rheydt. „Ich habe viele nette Kontakte gesammelt“, sagt sie. Durch die Aktion „Fit für 10“ habe sie einen Sport gefunden, der ihr wirklich gefällt. „Man kann einfach seine Stöcke mitnehmen und sofort loslegen und trainiert dabei den ganzen Körper“, sagt sie. Wie viel mehr Kondition sie durch das Training schon gewonnen hat, hat Brüser erst kürzlich im Urlaub im Schwarzwald bemerkt. „Ich habe beim Wandern viel längere Strecken geschafft“, sagt sie.

Trainerin Cony Kerkhoff ist stolz auf das, was die Teilnehmer ihrer Nordic-Walking-Gruppe bisher schon alles erreicht haben. „Jetzt kommt es nur noch darauf an, dranzubleiben und die drei Trainingseinheiten pro Woche mindestens bis zur letzten Woche vor dem Lauf einzuhalten“, sagt sie. Da in diesem Sommer aufgrund der starken Hitze einige Trainingseinheiten ausfallen mussten, rät sie den Teilnehmern, die Ziele in diesem Jahr nicht zu hoch zu stecken. „Ein gesundes Training ist bei 33 Grad und wärmer eben schwierig“, sagt Kerkhoff.

Auch Teilnehmer Josef Schmitz konnte aus gesundheitlichen Gründen bei vielen Trainingseinheiten nicht mitmachen. Zusammen mit seiner Frau und einer gemeinsamen Freundin hatte sich der Monteur bei „Fit für 10“ angemeldet und das erste Training absolviert, bevor er dann für drei Monate aufgrund einer Erkrankung ausfiel. Ein Grund aufzugeben, die Flinte ins Korn zu werfen? Für Joseph Schmitz nicht. Er bekam von Trainerin Conny Kerkhoff Extra-Unterricht für die richtige Technik und setzte sein Training anschließend dreimal die Woche fort. „Auch wenn man mal keine Lust hat und erst einmal den Schweinehund überwinden muss: Am Ende ist man immer froh, dass man etwas getan hat“, sagt er.

(mcv)