Mönchengladbach: Einführung der gelben Tonne und neue Müllgebühren

Müllsystem in Mönchengladbach : Rat beschließt Gelbe Tonne

Die Tonne ersetzt bald den Gelben Sack. Die Politik stimmte auch den Müllgebühren zu.

Verpackungsmüll in Mönchengladbach soll ab 2021 oder 2022 über eine Gelbe Tonne entsorgt werden. Der Rat stimmte am Mittwoch dafür, den Gelben Sack abzuschaffen. Nun muss die zuständige Stadttochter Mags mit dem Dualen System Deutschland (DSD) die entsprechenden Vorgaben aushandeln, das DSD schreibt dann im April die Entsorgung von Verpackungsmüll in Mönchengladbach aus und beauftragt ein Unternehmen. Das ist dann dazu verpflichtet, die Gelbe Tonne einzusetzen. Zuletzt hatte bereits der Hauptausschuss mit der Mehrheit dafür gestimmt.

Die Grünen wollten durchsetzen, dass die Gelbe Tonne etwa für verpackungsfrei lebende Bürger nicht zur Pflicht wird. Dieser Antrag wurde abgelehnt. „Die Gelbe Tonne auf freiwilliger Basis mit der Wahl eines Gelben Sackes wäre mir am liebsten gewesen, aber zwei Schüttungssysteme lässt das Duale System nicht zu“, sagt Mags-Chefin Gabriele Teufel. Die Linken hatten dies gefordert, ebenso wie Sammelcontainer in Quartieren etwa wie beim Altpapier. Das lehnt die Stadttochter ab mit Verweis auf große Probleme mit wildem Müll bei Altpapier- und Glascontainern. Die Anträge wurden im Rat abgelehnt.

Der Rat beschloss auch die Müllgebühren für das kommende Jahr. Die Gebühren sinken leicht um wenige Euro pro Haushalt je nach Haushaltsgröße. Möglich wird dies dadurch, dass eine Rücklage aus den Jahren 2016 und 2017 in Höhe von 2,8 Millionen Euro aufgelöst wird. Da vor allem die Kosten für die Papierkorbleerung und die Entsorgung wilden Mülls steigen, macht sich dies beim Bürger kaum bemerkbar. Wie Mags-Finanzexperte Jens Hostenbach erklärte, sollten ab dem kommenden Jahr auch die Rolltonnen für den Restmüll kontrolliert und überfüllte Tonnen protokolliert werden. Dazu werde Personal benötigt. Für die kommenden Jahre gibt es weitere Rücklagen in Höhe von insgesamt 3,1 Millionen Euro.

Die Grünen setzten sich mit ihrem Antrag, die Entscheidung über die Gebühren in das kommende Jahr zu verlegen, nicht durch. Vor der Berechnung der Gebühren müsste den Grünen zufolge erst die gesammelte Müllmenge für dieses Jahr vorliegen. Die Mags widersprach: Wenn die Gebühren nicht bis Jahresende beschlossen würden, dann könnten im kommenden Jahr gar keine Gebühren erhoben werden.

Ein Antrag der FDP sorgte im Rat für Diskussionen: Die Liberalen forderten, dass alle Haushalte zwei Mal im Jahr kostenfrei einen halben Kubikmeter oder bis zu 100 Kilo Müll an den Wertstoffhöfen entsorgen können. Bisher kostet diese Menge pro Anfahrt 15 Euro. Dazu sollten laut FDP an jeden Haushalt zwei Gutscheine verschickt werden. Die Mags hält das aber kaum für umsetzbar.  Die Stadttochter geht von jährlich entstehenden Kosten von mehr als 700.000 Euro aus, die auf die Müllgebühren umgelegt würden. „Das würde ungefähr eine um fünf Euro höhere Grundgebühr für den Restmüll bedeuten für jeden Haushalt“, sagte Mags-Finanzexperte Hostenbach. Kosten würden damit von den Verursachern auf die Allgemeinheit umgelegt. Auch dieser Antrag wurde im Rat abgewiesen.