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Mönchengladbach: Ein Tischtuch geht auf Reisen

Heiligtumsfahrt 2021 angekündigt : Ein Tischtuch geht auf Reisen

Mit der Übergabe des ökumenischen Altartuches ist die Heiligtumsfahrt 2021 offiziell angekündigt. Sie wurde am Sonntag festlich auf den Weg gebracht.

Die Heiligtumsfahrt Mönchengladbach soll im kommenden Jahr stattfinden. Diese Entscheidung trafen die Verantwortlichen im Bistum Aachen und in Mönchengladbach – Corona zum Trotz und im Vertrauen auf Gott.

Am Sonntag nun hörten die katholische Vitus-Gemeinde im Sonntagsgottesdienst und ein Kreis geladener Gäste in einer ökumenischen Vesper im Münster ganz offiziell diese Ankündigung aus dem Munde von Propst Peter Blätter. Und dies soll ein Zeichen sein: das Altartuch, das die evangelischen Gemeinden bei der letzten Heiligtumsfahrt den katholischen Kollegen als Symbol der Verbundenheit schenkten. Es wird bis zum Juni an evangelische und katholische Gemeinden der Stadt weitergereicht. Als erster nahm Stephan Dedring das in schöner Holzkiste wie ein Schatz bewahrte große Webstück aus dem Münster mit in die Rheydter Hauptkirche.

Zum feierlichen Beginn der Vorbereitungen für die Veranstaltungen rund um die im Münster verwahrte Reliquie des Abendmahlstuches, die 2021 unter dem Titel „verwoben“ stattfinden, strahlt die Münsterorgel unter den Händen von Klaus Paulsen in altem und in neuem Glanz. Gesungene Psalmen erklingen von der Empore. Aachens Dompropst Rolf-Peter Cremer und Till Hüttenberger vom evangelischen Kirchenkreis Gladbach-Neuss zelebrieren.

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Auf den pandemie-konform aufgestellten Stühlen liegt ein mit dem Logo der Heiligtumsfahrt bedrucktes Mikrofasertuch, das Klarheit für elektronische Geräte und Brillen bringen soll. Der Gottesdienst wird live ins Netz übertragen. Auf dem Alten Markt steht ein Elektromobil aus Aachen, das stolz den prächtigen Karlsschrein aus dem Aachener Dom zur Schau stellt.

Der Dompropst predigt vom Virtuellen, der ungebrochenen Sehnsucht nach Berührung auch von Heiligtümern und wünscht sich, dass das Abendmahlstuch Symbol für eine offene, bunte Gesellschaft werde, für ein Upcycling des alten Denkens und ein von vielen Roten Fäden durchzogenes Patchwork-Gewebe der Ökumene.

In den Fürbitten deutet Geschäftsführerin Charlotte Lorenz auch auf die „Webfehler“ der Kirche(n): sexuellen Missbrauch und Geschlechterungerechtigkeit.

Als Pfarrer Dedring das Altartuch in Händen hält, wünscht er sich ausdrücklich die Gemeinschaft aller Menschen und auch die zwischen Gladbach und Rheydt. Die Heiligtumsfahrt nimmt sich viel vor. Und ist nun festlich auf den Weg gebracht.