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Mönchengladbach: Ein Prosit der Ungemütlichkeit

Kolumne : Ein Prosit der Ungemütlichkeit

Karneval fällt aus, aber nur ein bisschen! Das teilten letzten Freitag Staatssekretär Liminski und der Präsident vom Festkomitee Kölner Karneval, Christoph Kuckelkorn, in ihre gemeinsame Abschlusserklärung vom sogenannten Karnevalsgipfel mit.

Dass Kuckelkorn hauptberuflich Bestatter ist, half ihm dabei, die richtigen Worte zu finden, schließlich gehört Trauerbewältigung zu sein tägliches Geschäft. Und so wirkte seine Stellungnahme dann auch wie ein letzter Gruß am offenen Grab. Vor ein generelles Karnevalsverbot drückt sich die Landesregierung nämlich aus juristische Gründe und lässt damit vor allem die kleinen Vereine mit ihre bereits geschlossenen Verträge allein. Der clevere Kompromiss lautet: Gesellige Veranstaltungen sind verboten, ungesellige dagegen nicht! Eine solche „Lösung“ kann man wirklich nur eine Branche präsentieren, die traditionell mit der Umgang von Humor und Ironie vertraut ist. Kuckelkorn wies zwar noch dadrauf hin, dass man das nicht als Absage des Karnevals verstehen soll, da der Festausschuss auf private Feiern kein Einfluss habe, was grundsätzlich stimmt, denn dadrum kümmern sich Polizei und Ordnungsamt. Ein Vorgeschmack dadrauf, wie man sich Karnevalssitzungen in Coronazeiten vorstellen muss, gab kürzlich Christian Lindner, als er seine von ihm selbst abgesägte Generalsekretärin Linda Teuteberg zur Verabschiedung mit ein Altherrenwitz in bester Brüderle-Manier aufzuheitern versuchte, wo aber dennoch keine richtige Stimmung aufkommen wollte. Dadran sieht man, dass nicht nur auf die FDP schwere Zeiten zukommen, sondern vor allem auf der organisierte Karneval. Die Staatskanzlei fordert jetzt kreative Lösungen der Narren. Eine erste Idee gibt es: Für der 15. Februar sind in Köln und Düsseldorf Großdemonstrationen angemeldet, bei denen man mit aufwendig gestaltete Mottowagen, von denen symbolische Gegenstände geworfen werden, ein Zeichen gegen der Untergang der Kultur setzen möchte.

Euer Hastenraths Will