Mönchengladbach: Ehrennadel und Bundesverdienstkreuz für verdiente Bürger

Mönchengladbach: Wem Ehre gebührt

Die Stadt zeichnete fünf verdiente Bürger mit der Ehrennadel aus und verlieh ein Bundesverdienstkreuz. Das sind die Geehrten.

Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners hat in einer festlichen Zeremonie fünf Mönchengladbacher für ihren engagierten ehrenamtlichen Einsatz gedankt. Vier von ihnen bekamen die Mönchengladbacher Ehrennadel, und einem Bürger wurde das Bundesverdienstkreuz verliehen. Musikalisch begleitet wurde die Ehrung von Niklas Schröder (Violoncello) und Daniel Brockmann (Klavier).

Jutta Stahl ist 56 Jahre alt. Sie bekommt die Ehrennadel der Stadt Mönchengladbach für ihr besonderes Engagement an der Grundschule Uedding verliehen. Seit 2001 wirkt sie in der Grundschule am gesunden Frühstück mit. Seit etwa 2004 hat sie nun die Leitung inne und organisiert das Frühstück auch bei größeren Schulfestlichkeiten, wie zum Beispiel bei den Bundesjugendspielen. Seit 2007 leitet Jutta Stahl zusätzlich die Koch AG der Ganztagsbetreuung. Dabei kocht und backt sie zusammen mit den Kindern einmal pro Woche nachmittags. Selbst hergestellte Marmelade, Apfelmus und vieles mehr werden bei Schulfesten zum Verkauf angeboten und der Gewinn zur Hälfte gespendet. Jutta Stahl integriert auch Mütter mit Migrationshintergrund in ihr Team zur Frühstücksvorbereitung. Diese haben zum Teil keine Deutschkenntnisse. Sie ermutigt sie, Gerichte aus ihrer Heimat anzubieten. So lange es möglich ist, will sie ihre Arbeit fortführen. „Ich bekomme sehr viel Positives zurück von den Kindern. Es macht mir wirklich viel Spaß“, sagt Stahl.

Bernhard Hintzen engagiert sich für die Kirche St. Maria Empfängnis Venn. Foto: Isabella Raupold

Bernhard Hintzen ist 58 Jahre alt. Sein Engagement in der Venner Bruderschaft St. Josef und in der Pfarre St. Mariä Empfängnis wurden nun mit der Ehrennadel gewürdigt. Sein Wirken fing 1989 im Präsidium der Bruderschaft an. Von 2004 bis 2013 war Hintzen der Präsident der Bruderschaft. Im Anschluss wurde er zum Ehrenpräsidenten ernannt. Seit 2013 ist Bernhard Hintzen außerdem Mitglied im Kirchenvorstand. Anlässlich schwerer Schäden im Dachstuhl der Kirche St. Maria Empfängnis wurde 2005 ein Förderverein gegründet, deren Vorsitz Hintzen seit vier Jahren innehat. Dadurch wurde bereits eine sechsstellige Summe in die Sanierung der Kirche investiert. Außerdem begleitet Hintzen mehrere Projekte. So soll der Pfarrgarten als Park für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden und das Pfarrhaus zu einem Jugendzentrum umfunktioniert werden. Die Kirche wird in zwei Teile geteilt und zur Hälfte entwidmet, also entweiht. Der entwidmete, nicht sakrale Raum wird dann für Gemeindearbeit nutzbar sein.

Rolf Taubner hat den Lauftreff mitgegründet und ist dort noch immer aktiv. Foto: Isabella Raupold
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Rolf Taubner ist 77 Jahre alt und wird für seine Leitung des Lauftreffs Mönchengladbach-Volksgarten mit der Ehrennadel ausgezeichnet. Taubner war 1985 Gründungsmitglied und blieb dem Lauftreff seitdem treu. Von sieben Mitgliedern steigerte sich der Lauftreff auf aktuell mehr als 110 Mitglieder. Darunter sind auch etwa zwölf Nordic Walker. „Wenn man Knie- oder Rückenprobleme hat, ist Nordic Walking eine Alternative zum Laufen“, sagt Taubner. Der Lauftreff bietet vom Einsteiger bis zum Marathon alle Trainingsmöglichkeiten. Es werden bis zu 11 Kilometer gelaufen. Jeden Montag und Mittwoch treffen sich die Läufer dazu im Volksgarten. Der Lauftreff nimmt auch an regionalen Läufen oder auch an überregionalen Marathons teil. Rolf Taubner organisiert dabei nicht nur den Lauftreff sondern auch andere gesellige Aktivitäten unter den Mitgliedern. Außerdem versucht Taubner immer aktiv neue Mitglieder zu gewinnen, zum Beispiel macht er durch Zeitungsinserate auf den Lauftreff aufmerksam. So ist der Lauftreff nach über 30 Jahren immer noch aktiv.

Stephan Weuthen engagiert sich in der Pfarre St. Peter Waldhausen. Foto: Isabella Raupold

Stephan Weuthen erhält die Ehrennadel der Stadt für sein Engagement im Chor der Pfarre St. Peter Waldhausen und in der gesamten Gemeindearbeit. Schon früh begann sein Engagement für die Gemeinde, indem er als Messdiener tätig war. Zudem war Weuthen Mitglied im Pfarrgemeinderat und engagierte sich acht Jahre lang im Kirchenvorstand. Weuthen trat dem Rhythmuschor der Gemeinde 1976 bei und war in der Zeit von 1977 bis 1980 zweiter Vorsitzender des Chores. Seit inzwischen 30 Jahren ist Stephan Weuthen nun erster Vorsitzender des Rhythmuschores. In diesem Amt organisiert er die Nikolaus- und St. Martinsfeiern, stellt Kontakte zu anderen Kirchen her und sorgt so für Konzerte auch außerhalb der eigenen Gemeinde. Neben seiner Funktion als Sänger im Chor spielt Weuthen auch das Schlagzeug. Als dem Rhythmuschor bei einer Erkrankung des Chorleiters die Auflösung drohte, sorgte Weuthen für Ersatz.

Heinz Rheinländer bekam das Bundesverdienstkreuz für seinen Einsatz in der Lebenshilfe. Foto: Isabella Raupold

Heinz Rheinländer ist 81 Jahre alt und bekommt das Bundesverdienstkreuz für sein jahrzehntelanges Engagement im sozialen Bereich, vor allem in der Integration behinderter Menschen verliehen. Selbst Vater eines Sohnes mit Downsyndrom bekam er 1978 Kontakt zum evangelischen Kirchenkreis Gladbach-Neuss, der Familienfreizeiten für Familien mit behinderten Kindern anbietet. Dort fing Rheinländer an, sich mit seiner Frau ehrenamtlich zu engagieren. 1971 wurde Heinz Rheinländer Mitglied im Verein Lebenshilfe Mönchengladbach und ist seit 1988 zweiter Vorsitzender. Dort organisiert er ebenfalls Freizeitfahrten und Veranstaltungen für Familien mit behinderten Kindern. Mit seinem eigentlichen Beruf als Elektrotechniker konnte er oft auch bei technischen Belangen aushelfen. Rheinländer wurde 1999 schon die Ehrennadel der Stadt Mönchengladbach und 2014 die goldene Ehrennadel des paritätischen Wohlfahrtsverbandes Nordrhein-Westfalen verliehen. Das Bundesverdienstkreuz wurde Rheinländer nun von Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners stellvertretend für den Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier überreicht.

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