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Mönchengladbach: DRK begeht Neujahrsempfang mit Live-Notarzteinsatz

In der Gesamtschule Hardt : Live-Notarzteinsatz beim DRK-Neujahrsempfang

Neben all den Reden und Grußworten wollten die Ersthelfer in Hardt auch praktisch demonstrieren, wie gut sie ihren Job beherrschen. Ernste Worte stimmte DRK-Vize Jochen Klenner an.

Unheimlich flackert Blaulicht durch die Fenster in die belebte Mensa der Gesamtschule Hardt. Zwei Rettungssanitäter eilen in den Saal, kümmern sich um eine junge Frau, die bereits von Ersthelfern versorgt wird – Verdacht auf Herzinfarkt. Was den Neujahrsempfang des Deutschen Roten Kreuzes scheinbar tragisch störte, war tatsächlich eine geplante Einlage: Den Gästen sollte gezeigt werden, wie das DRK Bürgern in Not schnell zu Hilfe kommt.

Nicht eingeplant war an diesem Abend dagegen die Dankesrede von Feuerwehrchef Jörg Lampe. Er hatte den DRK-Kreisvorsitzenden Berthold Nielsen „wegen zweier Anlässe“ spontan um das Mikrofon gebeten: „Beim Großbrand an der Alsstraße im Juni haben wir nicht gewusst, was uns da erwarten würde“, sagte der Leitende Branddirektor. Die Feuerwehr habe ihre Aufgabe nur meistern können, weil sie auch vom DRK 70 Stunden lang unterstützt worden sei. „Und Ende Januar 2019 hat ein privater Anbieter im Rettungsdienst aufgegeben. Von heute auf morgen mussten wir 10.000 Krankentransporte übernehmen.“ Die Bürger hätten davon nichts bemerkt.

Der DRK-Vize und Landtagsabgeordnete Jochen Klenner (CDU) sowie Bürgermeister Ulrich Elsen (SPD) setzten sich in ihren Reden mit der Gewalt gegen Einsatzkräfte auseinander. „Wir sind uns bei SPD, Grünen, FDP und CDU einig: Wie in einer Familie stellen wir uns schützend vor die Helfer, wenn Sie attackiert werden.“ Das gelte auch für Abschreckung durch hohe Strafen, sagte Klenner unter Beifall. „Wer Sie angreift, greift uns alle an“, betonte er.

(mic)