„Tier“ war der erste Anbieter Drei Jahre Leih-Elektro-Roller in Mönchengladbach

Mönchengladbach · Der erste Betreiber in der Stadt zieht eine Bilanz. Wie die Mönchengladbacher die Roller nutzen, und warum es immer wieder Ärger mit den Fahrzeugen gibt.

 E-Roller der Firma „Tier Mobility“ fahren seit drei Jahren durch die Stadt. Vor allem beim Thema Parken gab es in der Vergangenheit Ärger.

E-Roller der Firma „Tier Mobility“ fahren seit drei Jahren durch die Stadt. Vor allem beim Thema Parken gab es in der Vergangenheit Ärger.

Foto: Carsten Pfarr

Seit Oktober 2019 fahren Elektro-Roller von „Tier Mobility“ durch die Stadt. Der Anbieter der türkisfarbenen Roller zieht zum Dreijährigen eine positive Bilanz und legt Zahlen vor. Wie die Mönchengladbacher die Roller nutzen und warum es immer wieder Ärger mit den Fahrzeugen gibt.

950.000 Kilometer in über 500.000 Fahrten – das ist die Bilanz nach drei Jahren E-Roller-Betrieb der Firma Tier in Mönchengladbach. Durchschnittlich legen die Nutzer 1,7 Kilometer auf den Rollern zurück und kommen damit laut Pressesprecher Patrick Grundmann auf eine im Städtevergleich durchschnittliche Distanz. Die Scooter sind dabei am häufigsten in Stadtmitte unterwegs: die Hindenburgstraße, die Bismarckstraße und die Stepgesstraße seien besonders stark befahren.

Ob alle der derzeit 700 Tier-Roller im Stadtgebiet auch tatsächlich regelmäßig genutzt werden, könne der Anbieter „pauschal nicht beantworten, da die Zahl der täglichen Nutzungen stark schwankt“, so Grundmann. Ein wichtiger Faktor für die Nutzung sei etwa das Wetter. Die Zahl der verfügbaren Roller wolle das Unternehmen derzeit aber weder erhöhen noch verringern.

Ziel des Anbieters sei es unter anderem, den Autoverkehr in Städten zu verringern und Autofahrer innerhalb der Stadt zum Umstieg auf den Roller zu bewegen. Laut einer Umfrage von Tier ersetzen 17,3 Prozent der Rollerfahrten Autofahrten. Bei den 550.000 Fahrten der vergangenen drei Jahre wären nach dieser Rechnung 95.150 Wege mit dem Auto eingespart worden. Wie die genauen Zahlen für die Stadt aussehen und ob tatsächlich Autofahrten eingespart wurden, lässt sich jedoch nicht nachweisen.

Statt mit der Mobilitätswende verbinden viele Bürger die E-Roller aber auch mit Ärger. In der Vergangenheit gab es immer wieder Probleme mit unachtsam geparkten oder entsorgten Rollern sowie Unfälle auf oder durch die Fahrzeuge. Zwar legt Tier nach eigenen Angaben viel Wert auf die Sicherheit seiner Nutzer und wolle durch Hinweise vor Fahrtantritt sowie in Fahrsicherheitstrainings die Verkehrssicherheit verbessern, so das Unternehmen. Ob sich die Bemühungen auch in der Unfallstatistik widerspiegeln, ist nicht erkenntlich.

Um die Zahl wild geparkter Roller zumindest in einigen Arealen zu verringern, wurden Parkverbotszonen eingerichtet. Etwa in Grünanlagen, vor Pflegeheimen, rund um Gleisanlagen oder in Fußgängerzonen können die Roller nicht abgestellt werden. Gesondert ausgewiesene Parkflächen wie in anderen Großstädten gibt es in Mönchengladbach derzeit allerdings nicht.

(akir)
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