1. NRW
  2. Städte
  3. Mönchengladbach

Mönchengladbach: Dilthey-Gelände in Rheindahlen kann bebaut werden

Platz für Kleingewerbe : Dilthey-Gelände kann bebaut werden

Die ersten Grundstücke sind schon verkauft. Auf dem elf Hektar großen Areal entstehen Wohnhäuser, Büros, Gewerbebetriebe und eine Kita.

Der erste Spatenstich ist ein wichtiger Moment. Obwohl im Grunde nur einige wichtige Personen einen weißen Helm aufsetzen und mit ihren Schaufeln etwas Dreck aufwirbeln. Es ist ein symbolischer Akt. Der wurde gestern auf dem Dilthey-Gelände an der Broicher Straße zelebriert – bei usseligem Regenwetter. Vorausschauend hatten die Verantwortlichen ein Zelt errichten lassen, in dem die Reden gehalten wurden und anschließend Häppchen und Getränke verkostet wurden.

Ab dem Jahr 1905 hatte die Firma Dilthey an dieser Stelle in Rheindahlen eine Baumwoll- und Zellspinnerei sowie eine Zwirnerei, Färberei und Bleicherei betrieben. Das Unternehmen ging unter, als das große Fabriksterben in der Textilindustrie begann. Viele Jahre lag das riesige Areal brach. Dann fand sich ein Investor – die Gepa Projektgesellschaft aus Krefeld. Innerhalb eines halben Jahres wurden die vielen Fabrikgebäude und Hallen abgerissen, und nun kann die Erschließung des Areals erfolgen.

Von einer erfreulichen Win-Win-Situation sprach Ulrich Schückhaus, Geschäftsführer der städtischen Wirtschaftsförderung WFMG. „Kleinteilige Grundstücke sind genau das, was wir brauchen“, sagte er. Besonders erfreulich sei, dass die Stadt nun auch ihre Flächen, die sich hinter dem Gepa-Gelände bis zur Bahn erstrecken, erschließen könne. Die Erschließungsstraße, die jetzt gebaut werden soll, wird beide Flächen miteinander verbinden. Eine gute Signalwirkung habe die Erschließung des elf Hektar großen Geländes auch nach außen. „Es zeigt sich, dass man in Mönchengladbach gut investieren und umsetzen kann“, sagte Schückhaus.

Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners freut sich, dass im vorderen Bereich des Geländes an der Broicher Straße ein Kindergarten gebaut wird. „Hier gibt es dringend benötigte Grundstücke für den Mittelstand, und der Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen ist groß. Die Entwicklung des ehemaligen Dilthey-Geländes ist durch und durch positiv für Rheindahlen und die ganze Stadt“, sagt er.

Investor Wolfgang Marbach betonte die „tolle Unterstützung“ durch die Stadt: „Das habe ich in anderen Städten schon ganz anders erlebt.“ Er gehe das Projekt gemeinsam mit seinem Kompagnon Giuseppe Ferraro optimistisch an. Immerhin werden in diesen Tagen bereits die ersten Notarverträge gemacht. „70 Prozent der Flächen sind so gut wie weg“, sagte Marbach.

Entlang der Broicher Straße wird ab etwa Mitte des kommenden Jahres eine gemischte Bebauung entstehen – Wohngebäude, Büros und der Kindergarten. Dahinter und letztendlich bis zur Bahn wird sich Kleingewerbe ansiedeln. Und dann ist da auch noch das ehemalige Direktorenhaus. Das markiert den Eingangsbereich zum Baugelände. „Wir hatten es zum Kauf angeboten, wollen es aber nun selbst behalten“, sagt Wolfgang Marbach. Vorläufig ist die Zentrale für das Baugebiet im Haus untergebracht. „Wahrscheinlich werden wir es aufteilen. In dem Gebäude können Wohnungen, Praxen und Büros entstehen.“

Einige Bauwillige waren beim Spatenstich dabei. Sie sahen sich die Grundstückspläne an, ließen sich beraten. Ulrich Maaßen war mit seinem Sohn Christian gekommen. „Wir suchen schon so lange ein passendes Grundstück für unsere Schreinerei“, sagte der Seniorchef. „Wir hoffen, dass wir im kommenden Jahr mit dem Bau beginnen können.“ Wenn es nach Wolgang Marbach geht, besteht daran kein Zweifel. Er schaut über das große Gelände und scheint seinen Gewerbepark vor seinem inneren Auge bereits vollendet zu sehen.