Mönchengladbach: Dieter Köllner verlässt Hephata

Mönchengladbach: Ein begeisterter Pädagoge und Berufsoptimist

36 Jahre lang hat Dieter Köllner bei der Stiftung Hephata gearbeitet. Jetzt wurde er verabschiedet – mit einer Überraschung.

Am Mönchengladbacher Flughafen startet ein Flugzeug. Mit an Bord: Dieter Köllner, der langjährige Leiter der Jugendhilfe bei der Evangelischen Stiftung Hephata. Dreimal überfliegt die Maschine das Hephata-Gelände. Dort haben Kinder, Jugendliche und Mitarbeiter in riesigen Lettern „Lott Jonn“ auf den Boden geschrieben. Sie stehen daneben und winken dem Flugzeug zu. Es ist ihr liebevoller Abschiedsgruß an einen Mann, der praktisch sein gesamtes Berufsleben der Jugendhilfe gewidmet hat. 36 Jahre lang hat Dieter Köllner bei der Stiftung Hephata gearbeitet.

Er kennt die Arbeit sogar noch viel länger: 1975 beginnt er als Zivildienstleistender auf einem von Hephata betriebenen Abenteuerspielplatz. Es folgen ein Jahr als Erziehungshelfer im Lernbehindertenbereich und ein Studium der Sozialpädagogik. Als fertiger Sozialpädagoge kehrt er zu Hephata zurück, arbeitet im Wohnheim Jöbgesbergweg, wird  Abteilungsleiter in der Wohnen gGmbH und schließlich 2006 Geschäftsleiter der Hephata Jugendhilfe, mit 320 Mitarbeitern und 380 betreuten Kindern und Jugendlichen eine der größten Jugendhilfeeinrichtungen der Stadt. „Es war für mich ein großes persönliches Glück, hier arbeiten zu können“, sagt Köllner beim Abschied. Er sei auch mit  ein wenig Sozialromantik in die Arbeit gestartet und habe dann gelernt, dass die Arbeit nicht nur engagiert, sondern auch wirtschaftlich solide durchgeführt werden müsse. Dennoch: 36 Jahre lang habe er nie das Gefühl gehabt, etwas anderes tun zu wollen. „Ich bin begeisterter Pädagoge und Berufsoptimist“, sagt er über sich selbst. Sein wichtigstes Projekt, findet er, sei InGa. InGa steht für Individualität und Ganzheitlichkeit und bezeichnet eine Wohngruppe für Jugendliche und junge Erwachsene mit leichten bis mittleren geistigen und seelischen Behinderungen, die aufgrund von Verhaltensauffälligkeiten oder Autismusspektrumsstörungen einen besonders strukturierten und überschaubaren Rahmen benötigen. „Diese Jugendlichen wären sonst in der Psychiatrie“, sagt Köllner. „Es war nicht leicht, das umzusetzen, aber es funktioniert.“

 Köllner hinterlässt seiner Nachfolgerin ein geordnetes Haus, aber: „Jugendhilfe ist beständiger Wandel“, weiß er aus Erfahrung.

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