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Mönchengladbach: Die Tafel verteilt Weihnachtspäckchen mit Lebensmitel-Spenden

Mönchengladbach : Bescherung mit 1858 Päckchen

Die Mönchengladbacher Tafel verteilte Weihnachtspäckchen mit Lebensmittelspenden an viele Bedürftige. Die warteten schon ab 5 Uhr morgens am Fleenerweg. Die Aufregung im Internet über die Aktion können die Helfer nicht verstehen.

Die Schlange ist lang, sie reicht vom Gelände der Tafel am Fleenerweg und dann noch ein gutes Stück die Straße herunter. Man sieht Menschen jeden Alters, junge Familien, Rentner. Sie alle stehen an diesem Montagmorgen an, um eines der begehrten Lebensmittel-Weihnachtspäckchen der Mönchengladbacher Tafel zu bekommen. Diese Bescherung hat Tradition, sie findet bereits zum zwölften Mal statt, und in diesem Jahr wurde ein neuer Rekord aufgestellt: „Bis Sonntag-Nachmittag haben wir 1858 Päckchen erhalten“, sagt die Vorsitzende der Tafel, Monika Bartsch. Im Vorjahr waren es knapp 400 Pakete weniger.

Bis zum 3. Dezember konnten die Päckchen an fünf Außenstellen abgegeben werden, am Sonntag dann auch direkt in der Halle am Fleenerweg in Lürrip, wo nun die Ausgabe stattfand. Die meisten Spenden kamen von Privatleuten, und jeder Spender machte für die Aktion Reklame. Am Sonntag sei noch jemand da gewesen, der Fotos und ein Video von den Päckchenbergen gemacht habe, um im kommenden Jahr in seinem privaten Umfeld zur Beteiligung aufzurufen. „Die Spendenfreudigkeit der Gladbacher Bürger ist generell sehr groß“, erläutert Bartsch. „Und alle, die ihre Spende bei uns persönlich abgeben, sind immer begeistert, wie das Ganze hier abläuft.“

So würden die Mitarbeiter der Tafel genau die entsprechenden Leistungsbescheinigungen kontrollieren und dann versuchen, die Päckchen so gerecht wie möglich zu verteilen. Jeder Kunde muss einen Nachweis erbringen, dass er Sozialleistungsempfänger ist. Je nach Familiengröße werden dann ein bis mehrere Pakete ausgegeben.

Gino D’Isola hat sein Päckchen bereits erhalten. „Ich komme seit fünf Jahren hierher und hole mir ein Geschenk ab, es waren immer sehr schöne Sachen dabei“, so der 68-Jährige. Er selber helfe auch jeden Mittwoch bei der Tafel aus. „So nehme ich nicht nur etwas, sondern gebe auch etwas zurück.“ Wie in jedem Jahr beaufsichtigen zwei Polizisten an diesem Vormittag das Gelände und die Ausgabe.

Im Vorfeld der Weihnachtspäckchen-Aktion hatte es einige negative Stimmen in den sozialen Netzwerken gegeben: In Kommentaren regten sich Nutzer über die Bitte des Vereins auf, eventuell vorhandenes Schweinefleisch in den Päckchen entsprechend zu deklarieren. „Die meisten unserer Kunden essen alles“, so Monika Bartsch. Es seien wenige Muslime dabei, und da man diesen auch eine Freude machen wolle, achte man eben darauf, was in den Päckchen sei. „Wir bitten die Spender seit Beginn der Aktion darum, den Inhalt anzugeben, das ist nichts Neues.“ Grundsätzlich soll kein Alkohol in den Geschenkpaketen sein, ansonsten haben die Spender die freie Wahl, was haltbare Lebensmittel angeht. Zumeist sind es Kartoffeln, Reis, aber auch Konserven, Schokolade oder Plätzchen.

20 Helfer der Tafel stehen an diesem Morgen bereit, um die Wartenden mit warmen Getränken zu versorgen, die Papiere zu kontrollieren und entsprechende Päckchen herauszusuchen und zu verteilen. Einer von ihnen ist Leo Sommer. Der Rentner ist seit 2014 dabei und hilft einen Tag pro Woche ehrenamtlich. Er habe etwas „mit Sinn machen wollen“ und spontan auf eine Annonce reagiert, als die Tafel Fahrer suchte. Ihm gefalle besonders, dass hier nur Ehrenamtler helfen, die auch „Lust darauf haben“. Sommer hat bei einigen Terminen für die Weihnachtspäckchen-Annahme geholfen, war auch am Sonntag mit dabei. Aber es ist für den 66-Jährigen jedoch das erste Mal, dass er bei der Ausgabe der Pakete dabei ist: „Ich bin überrascht von dem Andrang.“

Teilweise haben die Menschen seit 5 Uhr in der Früh gewartet, um sich einen der vorderen Plätze in der Reihe zu sichern. Dabei ist sich Monika Bartsch sicher: „Das passt von der Anzahl, wir haben auch immer noch Reserven.“ In einer Aktion von Real und Rewe habe es eine Tütensammlung gegeben, so dass auch diese noch ausgegeben werden könnten. An diesem Montag sind auch viele Menschen gekommen, die nicht zu den Kunden der Tafel zählen. Aber das Gros komme regelmäßig, versorge sich hier mit Lebensmitteln. „Pro Woche sind es 900 Familien, die zu uns kommen“, so Bartsch. Doch die Zahl stagniere zurzeit. Um 15 Uhr ist es dann soweit, die letzten Päckchen werden ausgegeben. „Wir konnten alle Kunden gut bedienen, und die Beschenkten waren sehr zufrieden“, fasst Monika Bartsch die diesjährige Aktion zusammen.