Mönchengladbach: "Die Partei" fordert Blumenkübel

Mönchengladbach : Picknick gegen Sichtachsen auf dem Rheydter Marktplatz

Unter dem Motto „Jeder Tag ist Blumenpicknicktag – Rheydt soll schöner werden“ rief die Satire-Partei „Die Partei“ zum Treffen auf dem Rheydter Marktplatz auf. „Unser Anliegen heute ist es, jede Sichtachse zu verhindern, nicht nur mit Blumenkübeln, sondern generell“, erklärt der erste Vorsitzende, Michael Kamlah.

In den vergangenen Monaten schlug das Thema rund um das Aufstellen von Blumenkübeln auf dem Markt hohe Wellen. Auf Grund der Gestaltungsrichtlinien hieß es, diese dürften nicht aufgestellt werden. „Die Logik muss man erst einmal verstehen: Blumen am Boden ruinieren Sichtachsen, Blumen vor dem Rathaus oder an Laternen hingegen nicht“, erklärt Kamlah und zeigt auf die entsprechenden Stellen direkt am Marktplatz.

„Wir wollen uns unsere wohlverdiente Sommerpause nicht wegen Blumenkübeln kaputt machen lassen“, resümiert der Ratsherr der „Partei“ und Fraktionsmitglied der Linken im Rat, Ulas Sazi Zabci. „Obwohl diese Debatte wie ein Sommerloch-Thema anmutet, hat diese ja bereits vor einem Jahr begonnen, als die Gestaltung des neuen Marktplatzes beschlossen wurde.“ Dabei sei die Gestaltung des Platzes durch die Farbgebung der Hauswand-Werbung, aber auch der Sonnenschirme und der Stühle im Außenbereich geregelt worden. Doch es steht zu befürchten, dass in diesem Jahr nichts mehr passieren werde.

Der Plan der Stadt, dass die Mags nun Blumenkübel bereitstelle, die die Betreiber dann mieten können, findet jedoch Anklang: „Ich bin jedoch der Meinung, man solle nichts Halbes machen. Am besten übernimmt die Mags dann auch alle rund um den Markt befindlichen Cafés und Restaurants, um den Kunden ein gastronomisches Gesamterlebnis zu bieten“, so Zabci.

Kerstin Fette (48) ist an diesem Abend mit einem Klapp-Campingstuhl und ihrem Mops „Boy“ auf den Marktplatz gekommen, um hier gegen die Verschwendung von Ressourcen vorzugehen und so ihr politisches Interesse zu demonstrieren. „Ich finde es gut, wenn man den Finger in wunde Punkte legt“, so Fette. „Und bei dieser Sache geht es ja wirklich um etwas, das eigentlich völlig unwichtig ist.“ Sie sei der Meinung, Politiker sollten sich nicht mit so etwas aufhalten, sondern ihre Arbeit tun: „Statt sich über einen so langen Zeitraum mit Blumenkübeln aufzuhalten, sollten eher Projekte für Kinder und Jugendliche gefördert werden.“  Die Arbeit der Partei möge sie, weil sie so etwas „smart auf die Schippe“ nähme, dabei aber deutlich die Haltung, die dahinter stecke, kritisiere, und das sei in diesem Fall eindeutig eine „Verschwendung von Ressourcen“.