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Mönchengladbach: Dezernent Gert Fischer: Nur wenige künstlerische Existenzen bedroht

Kulturausschuss in Mönchengladbach : Dezernent Gert Fischer: Nur wenige künstlerische Existenzen bedroht

Im Kulturausschuss gab es einen Bericht über die Auswirkungen der Corona-Pandemie im Kulturbereich. Außerdem stellten die Leiterinnen und Leiter von Museum Abteiberg, Stadtbibliothek und Musikschule ihre Jahresplanung vor.

Im Oktober brachte Oberbürgermeister Felix Heinrichs (SPD) seine städtische Gesamtstrategie ein. Jetzt wird in den Ausschüsen diskutiert, wenn auch bisher nur in Ansätzen. Im Kulturausschuss wurden Differenzen unter den Parteien deutlich. Während Michael Schroeren (CDU) Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Vorlage äußerte, insbesondere an der Umsetzung einer Mitbeteiligung der Stadtgesellschaft, betonte Reinhold Schiffers (SPD) die Erfolge auf diesem Gebiet. Der Beschlussentwurf wurde mit sechs Gegenstimmen und einer Enthaltung angenommen.

Zuvor hatte Mark Nierwetberg das Papier des Oberbürgermeisters erläutert. Ziel des Programms sei eine Aktivierung der Stadtgesellschaft, eine verbesserte Kooperation in der Verwaltung, in der alle Fachbereiche gemeinsam an Lösungen arbeiten und mehr Transparenz für die politischen Entscheidungsträger. Globale Themen wie Klimawandel, Digitalisierung, Strukturwandel, Demografie, Migrationsbewegung stehen ebenso auf der Agenda wie die lokalen Punkte Finanzlage der Stadt, die soziokulturelle Situation, der Strukturwandel, das Halten von Fachkräften am Standort. Soziale Teilhabe soll gestärkt werden, Wohnraum entwickelt, Bildungserfolge verbessert und die soziale Teilhabe optimiert werden.

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In seinem Bericht über die Auswirkungen der Corona-Pandemie im Kulturbereich betonte Kulturdezernent Gert Fischer (der am Ende verabschiedet wurde), wie sehr die Kulturinstitute gelernt haben, mit den Folgen der Pandemie und den jeweils gültigen Corona-Schutzverordnungen zu leben. Auf die Frage von Reinhold Schiffers, wie es um die finanzielle Lage der Künstler aussehe, stellte Fischer fest, dass relativ wenige künstlerische Existenzen bedroht seien, da viele von ihnen eine Nebenbeschäftigung ausübten. Doch sei zu befürchten, dass diese Künstler nicht wieder in den künstlerischen Bereich zurückkehrten.

Brigitte Behrendt, Leiterin der Bibliothek, betonte die Bedeutung der Bibliothek als „dritten Ort“ der Begegnung, des Lernens und des Ortes sozialer, kultureller und digitaler Teilhabe. Die Digitalisierung sei während der Pandemie vorangekommen. Man setze weiterhin auf die Zusammenarbeit mit Kindertagesstätten und Schulen. Für das Jahr 2022 sei eine Kampagne für das Vorlesen und Lesen geplant. Die neue Zentralbibliothek werde vermutlich Anfang 2023 eröffnet. Helge Kleifeld, Leiter des Stadtarchivs, benannte als eine wichtige Aufgabe des Archivs die Fortsetzung der historischen Bildungsarbeit.

Das Museum Abteiberg feiert im Juni 2022 sein 40-jähriges Bestehen, im Dezember den 100. Jahrestag der Stiftung Kaesbach. Beide Jubiläen, so Museumschefin Susanne Titz, prägen das Programm des kommenden Jahres. Außerdem verwies Titz darauf, dass gemeinsam mit dem Schloss Rheydt und dem Textil-Technikum ein neues Vermittlungskonzept erstellt werde. Auch das Museum Schloss Rheydt, so Leiter Karlheinz Wiegmann, feiert einen Jahrestag: Vor 100 Jahren zog die Sammlung in das Schloss. Aus diesem Anlass wird es eine Ausstellung über die Museums-, Schloss- und Zeitgeschichte geben. Außerhalb der inhaltlichen Planung soll weiter an den baulichen Verbesserungen gearbeitet werden.

Das Jahr 2022 bringe für die Musikschule einen Generationenwechsel, der für frischen Wind sorge, kündigte Leiter Christian Malescov an. Der Gesangsbereich wird neu strukturiert und eine Ausbildung in Musical angeboten.

Auch Agnes Jaraczewski vom Kulturbüro berichtete von einer bevorstehenden personellen Umstrukturierung. Inhaltlich werde man weiter daran arbeiten, den freien Akteuren der Stadt die Wege für ihre künstlerische Arbeit zu ebnen.