Mönchengladbach: Deutlich mehr Frauen als Männer atypisch beschäftigt

Mönchengladbach: Deutlich mehr Frauen als Männer atypisch beschäftigt

Teilzeit-Job, befristeter Arbeitsvertrag, Zeitarbeit - auf 15.000 Frauen in der Stadt trifft das zu.

(angr) Immer mehr Menschen in Mönchengladbach haben einen Arbeitsplatz. Und immer mehr Menschen sind überhaupt erwerbstätig. Das geht aus einer Aufstellung des Statistischen Landesamtes it.NRW hervor. Demnach ist die Zahl der sogenannten Kernerwerbstätigen (das sind alle Arbeitnehmer und Selbstständigen zwischen 15 und 64 Jahren ohne Auszubildende) im Jahr 2017 auf 111.000 gestiegen. Das sind 3000 Erwerbstätige mehr als im Jahr davor. Das Wachstum ist deutlich auf Angestellte zurückzuführen: In der Stadt waren im vergangenen Jahr 100.000 Menschen fest angestellt, 5000 mehr als im Jahr davor. Die Zahl der Selbstständigen ist hingegen leicht gesunken auf 11.000. Die Landesstatistiker berufen sich dabei auf die Ergebnisse des Mikrozensus.

In Mönchengladbach wie auch landesweit ist dasselbe Phänomen zu beobachten: Frauen sind deutlich häufiger in atypischen Beschäftigungsverhältnissen als Männer. 15.000 Frauen sind in Mönchengladbach in einem atypischen Beschäftigungsverhältnis, dafür aber nur rund 8000 Männer. Zu den atypischen Beschäftigungsverhältnissen gehören zum Beispiel Arbeitnehmer, die in Teilzeit mit bis zu 20 Stunden je Woche im Job sind, außerdem werden befristete oder geringfügige Beschäftigung sowie Angestellte bei Zeitarbeitsfirmen dazugezählt. Fast jede dritte Frau in Mönchengladbach, die mit Arbeit Geld verdient, befindet sich in einem solchen atypischen Beschäftigungsverhältnis, das laut Definition des statistischen Bundesamtes nur bedingt dazu beitragen kann, den eigenen Lebensunterhalt und den von Angehörigen voll zu finanzieren. Bei den Männern ist es nur ungefähr jeder sechste Erwerbstätige. Mit anderen Worten: Rund doppelt so viele Frauen wie Männer sind in einer atypischen Beschäftigung, da macht Mönchengladbach keine Ausnahme im  Landesvergleich.

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Das muss nicht in jedem Fall zwingend eine Benachteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt sein. Ökonomen weisen darauf hin, dass „bestimmte Beschäftigungsformen wie etwa Teilzeitbeschäftigung bewusst gewählt werden, um Familie und Beruf besser zu vereinbaren oder ein größeres Freizeitbedürfnis zu befriedigen“, wie es die Bundeszentrale für politische Bildung formuliert. Unfreiwillige Teilzeit wird als prekäre Beschäftigung bezeichnet: In diesen Fällen können Arbeitnehmer nur schlecht oder gar nicht vom Einkommen leben. Dies wurde in der Statistik allerdings nicht erfasst.