Mönchengladbach: Der neue Skaterpark entsteht

Skaterpark : Der Skaterpark kommt ins Rollen

Der Verein Rollbrett Union freut sich auf die größte und modernste Skateranlage der Stadt. Die Skateboarder waren an der Konzeption des Parks an der Radrennbahn am Volksgarten selbst beteiligt.

David Suhari ist stolz, sogar „mega mäßig glücklich“, sagt er. Der 42-jährige Mönchengladbacher ist Skater aus Leidenschaft, steht seit mehr als 20 Jahren auf dem Board. Vor anderthalb Jahren gründete er den Verein Rollbrett Union, der der Skateboard-Szene in der Stadt eine Stimme verleiht. Er zählt heute bereits 280 Mitglieder.

„In den 1990er Jahren war Mönchengladbach im Skateboarding ganz weit oben“, sagt Suhari. Damals gab es den Dome an der Lürriper Straße, deutsche Elite war dort zu Gast. Nach dessen Schließung 1996 aber war die Szene zunehmend heimatlos. Seit Mai vergangenen Jahres nutzt der Verein die Skaterhalle Rollmarkt in Rheydt. Das Indoor-Angebot dort stieß auf große Nachfrage, nach zweimaliger Vertragsverlängerung stehen die Räumlichkeiten noch bis Ende des Jahres zur Verfügung. Danach soll eine langfristige Lösung verhandelt werden.

Geeignete öffentliche Plätze zum Outdoor-Skaten gebe es zwar hier und da. „Die sind aber alle ziemlich alt“, sagt Suhari. „Die Skater der Stadt nehmen für ihren Sport schon lange große Wege auf sich.“ Für einen Skaterpark würden sie bis nach Eindhoven fahren. Diese Zeiten sollen bald vorbei sein, denn an der Carl-Diem-Straße läuft der Bau der neuen Skateranlage auf Hochtouren.

Mit 800 Quadratmetern entsteht dort die größte und modernste Anlage der Stadt. Mit einer Mischung von Street- und Flow-Elementen bietet sie Anfängern wie Profis Möglichkeiten, ihre Tricks zu trainieren und zu perfektionieren. Es wird sechs „Rails“ (Geländer) geben, eine sieben Meter lange Kante (Curb), außerdem facettenreiche Kombinationen aus Schrägen und Rampen. Gebaut werden diese Elemente in einer modernen Ortbeton-Bauweise. Rampen und Kanten des Skaterparks werden mit Hand gespachtelt, was bedeutet: Die Skater werden nicht auf fertigen Bauteilen rollen, sondern auf eigens angepassten Formen.

Das Besondere: Die Rollbrett Union war von Anfang an an der Planung beteiligt. „Damit die Anlage später optimal genutzt wird, ist es im Interesse der Stadt, die späteren Nutzer an der Planung zu beteiligen“, sagt Jürgen Huppertz, Leiter der städtischen Sportabteilung, der das Bauprojekt an der Carl-Diem-Straße betreut. „Wir haben quasi auf einem weißen Blatt Papier unsere Vorstellungen konzipiert“, sagt Suhari. So konnte die neue Anlage perfekt an den Anforderungen der Szene ausgerichtet werden. Künftig sind Skate-Workshops und Events sowie Trainingsmöglichkeiten für Nachwuchstalente geplant.

Bei der endgültigen Konzeption sind außerdem Voll-Profis am Werk: „Dsgn Concepts“ heißt die Designagentur aus Münster und „Yamato Living Ramps“ das Bauunternehmen, die auf urbane Bewegungsräume und Skaterparks spezialisiert sind. „Skateboarding hat sich weiterentwickelt, tritt als Sportart 2020 bei den Olympischen Spielen in Tokyo an“, sagt der Diplom-Ingenieur Filip Labovic. „Die Anforderungen an die Sportart sind gestiegen, der neueste Stand der Technik ist also gefragt.“

Die Skateranlage ist eingebettet in eine multifunktionale Gesamtsportanlage mit Sportflächen für Fußball, Basketball und Leichtathletik. Das zentrale Kunststoffrasen-Kleinspielfeld in ovalem Grundriss und die circa 500 Meter lange und ganzjährig beleuchtete Fitnessrundlaufbahn erinnern an die historische Radrennbahn am Volksgarten. Seitlich soll es Fitnessinseln mit Sportgeräten geben, außerdem Weitsprung- und Kugelstoßanlagen, eine 100-Meter-Kurzstreckenlaufbahn und in der Mitte ein Multifunktionsgebäude. Das Projekt wird mit 2,3 Millionen Euro Fördermitteln realisiert, die das Land Nordhrein-Westfalen für Integration und Quartiersentwicklung zur Verfügung stellt.

Radrennbahn Projekt Neubau Geo 3. Foto: Geo 3 Freiraumplanung

Geplant wurden die Sportflächen durch das Planungsbüro Geo3. Bis Ende des Jahres soll das Bauprojekt fertig sein. Auf dem Skaterpark könnten sogar schon ein paar Wochen früher die Bretter rollen. Noch blickt Suhari vor allem auf Dreck und Schlamm, einzelne Rampen sind aber schon fertig. Die Vorfreude ist groß. „Wenn wir solche Anlagen haben“, sagt er, „dann wird der Nachwuchs des Skateboardings in Zukunft aus Gladbach kommen.“

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