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Mönchengladbach: Denkanstoß zur Taufe in Corona-Zeit von Albert Damblon

Kolumne Denkanstoß : Taufe eröffnet auch eine Zukunft ohne Corona

Die Zahl der Taufen hat in der Pandemie abgenommen, schreibt unser Autor Albert Damblon. Dabei ist jede Kindertaufe ein Hoffnungszeichen.

Vor Kurzem habe ich ein Kind auf den Namen ‚Noah‘ getauft. Unter Corona-Bedingungen ist eine Taufe schwierig. Deshalb hat die Zahl der Taufen im Moment abgenommen. Die meisten Eltern warten und hoffen auf sinkende Inzidenz-Zahlen. Vielleicht bringt auch ein Erfolg der Impfkampagne die Wende. Dagegen heißt es jetzt vorsichtig zu sein, solange das Virus ein Fest in der Familie verhindert. Was wäre das für eine Feier, wenn Omas, Opas, Onkel und Tanten nicht dabei sein dürfen. Sie sind zwar verwandt, aber kommen aus unterschiedlichen Haushalten.

Dabei ist jede Kindertaufe ein Hoffnungszeichen. Das neugeborene Kind verweist mich auf die Zukunft. Schau nicht zurück, schau nach vorne! Als mich Noah mit seinen großen Augen anschaute, wurde ich ein wenig neidisch. Er hat ein ganzes Leben vor sich. Sein Blick ließ mich ahnen, was er von mir erwartete. Ohne ein Wort zu sagen, bat er mich: „Hinterlasse mir eine Welt, in der ich leben kann.“ Seinem Wunsch darf ich mich nicht entziehen. Aus dem Grund wird das Glaubensbekenntnis, das wir alle vor der Taufe gemeinsam sprechen, wichtig. Wir Christinnen und Christen glauben an einen Gott, der die Welt geschaffen hat. Er überlässt seine Schöpfung seinem Geschöpf, dem Menschen zur treuen Verwaltung. Zerstören wäre das Gegenteil von verwalten. In jedem Taufgespräch betone ich den Zusammenhang zwischen Schöpfer, Schöpfung und Geschöpf. Wer den Täuflingen Zukunft eröffnen will, muss alles daran setzen, die Schöpfung Gottes zu hegen und zu pflegen. Indem ich meinen christlichen Glauben bekenne, verspreche ich, den Kindern ihre Welt lebenswert zu erhalten. Auf diese Weise wird der Klimawandel zum Taufthema. Die Täuflinge marschieren beim Freitagsprotest der Schülerinnen und Schüler mit.

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Übrigens erzählt die Bibel eine Geschichte, in der Gott mit einem Menschen namens Noah die Welt rettet. Damals waren die Menschen so böse, dass Gott seine eigene Schöpfung vernichten wollte. Das wäre das gute Recht des Schöpfers gewesen, aber sein Herz verbietet es ihm. Nach der großen Flut verspricht Gott Noah, dass er „niemals wieder alles Lebendige schlagen“ werde. Was dem Schöpfer missfällt, darf dem Geschöpf nicht gefallen. Um des kleinen Noah willen bin ich verpflichtet, niemals das Lebendige zu zerschlagen. Taufe eröffnet Zukunft, auch eine Zukunft ohne Corona.

Albert Damblon ist Seelsorger an St. Benedikt.