Mönchengladbach: Demonstrationen an Moschee

Mittelstraße : Polizei-Großaufgebot für Demos an Moschee in Mönchengladbach

Vor den geplanten Kundgebungen vor einer Moschee in Mönchengladbacher Stadtteil Rheydt appelliert die Polizei an die Teilnehmer, friedlich zu bleiben. Vier Hundertschaften sollen am heutigen Sonntag dafür sorgen, dass es ruhig bleibt. Ein vor der Moschee abgelegter Schweinekopf hatte im Vorfeld für Brisanz gesorgt.

300 Teilnehmer hat Ratsherr Dominik Roeseler, Vorsitzender des rechtspopulistischen Vereins „Mönchengladbach steht auf", für seine Kundgebung unter der Überschrift „Wir wollen keine Salafisten-Schweine" angemeldet. Wegen eines Vorfalls am vergangenen Dienstag wurden die Auflagen für die Demonstration verschärft: Unbekannte hatten vor der Moschee in Rheydt einen abgetrennten Schweinekopf und Beutel mit Blut abgelegt. Das hatte für zusätzliches Explosions-Potenzial gesorgt. Roeselers Verein versicherte zwar über Facebook, dass er nicht der Schuldige sei, aber die Polizei ermittelt noch. Deshalb wurden für die Kundgebung Verbote ausgesprochen.

Die Teilnehmer dürfen keine Kleidung mit dargestellten Schweinen tragen, sie dürfen nicht „Wir wollen keine Salafisten-Schweine" skandieren, und das Grillen eines Spanferkels vor der Moschee ist auch nicht erlaubt. Roeseler hatten gegen diese Auflagen zwar einen Tag vor der Kundgebung Beschwerde einlegt, aber die wurde vom Verwaltungsgericht zurückgewiesen.

Zur Kundgebung von Roeseler werden auch Redner aus der rechtsextremen Szene erwartet. Außerdem sollen Gruppen aus anderen Städten ihr Kommen zugesagt haben.

Das Bündnis „Mönchengladbach stellt sich quer" hat zur Gegendemo aufgerufen. Zwar sehen auch die Bündnis-Mitglieder die Moschee an der Mittelstraße in Rheydt kritisch, aber sie wollen ein Zeichen gegen „rechten Hass" setzen. In der Moschee hatte es in der Vergangenheit mehrere Razzien gegeben. Der Verfassungsschutz glaubt, dass dort ein Treffpunkt ist für Personen aus der salafistischen Szene ist.

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