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Mönchengladbach: Das Stopkas ist das erste Slow-Food Bistro

Neueröffnung in Mönchengladbach : Im Stopkas gibt es zertifiziert nachhaltiges Slow-Food

Ein neues Lokal hat auf der Bismarckstraße eröffnet: das Stopkas. Es ist die erste nachhaltige „Bistronomie“ in Gladbach und Umgebung.

Acht Jahre lang hatte das Ladenlokal an der Bismarckstraße 93 leer gestanden. Keine Kundschaft, kein Inhalt, kein Leben. Gabriele und Michael Stopka haben das geändert. Mit ihrer „Bistronomie Stopkas“ hauchen sie dem historischen und denkmalgeschützten Gebäude im Herzen der Stadt seit Anfang September wieder Leben ein. Ihr Angebot: „demokratische Küche“ – zu 98 Prozent ist das Gebotene vegan, es gibt aber auch tierische Mahlzeiten, dann aber nur regional und saisonal.

Das junge Bistro ist das einzige nachhaltige Restaurant in Mönchengladbach, das gleichzeitig die Idee des Vereins „Slow Food“ unterstützt, ein zukunftsfähiges Lebensmittelsystem zu etablieren und zudem auch Mitglied der „Greentable“-Initiative ist. Dafür mussten Gabriele und Michael Stopka strenge Kriterien erfüllen. Lokale und saisonale Produkte gehören genauso dazu wie das Vermeiden von Abfällen, Ressourcenschonung oder soziales Engagement. Als Greentable-Mitglied stehen die Stopkas zudem ziemlich alleine da: Die nächstgelegenen Restaurants mit diesem Label sitzen in Schwalmtal, Hattingen oder Leverkusen – selbst Düsseldorf kann kein Greentable-Lokal vorweisen.

Und ziemlich sicher gibt es dort auch kein Restaurant, in dem man über einem alten Turnbock seine Suppe schlürft. „Den haben wir auf Ebay ersteigert“, sagt Gabriele Stopka. Nicht von Ebay, aber dafür aus Eigenkreation stammen die Lampen: Die einen aus Bodenfolie, die bei der einjährigen Laden-Sanierung zum Einsatz kamen, die anderen aus alten Schallplatten, die im Ofen bei 120 Grad ihren Schwung erhielten.

Es gibt im Stopkas wenig, was nicht selbstgemacht ist. An ihren zahlreichen Kreationen hängen Gabriele und Michael Stopka sehr. „Das Lokal ist über die Zeit schon zu unserem Baby geworden“, sagt Gabriele Stopka. „Hier steckt viel Persönliches drin, über jedes Teil könnte ich eine eigene Geschichte erzählen.“ Die meisten Bilder, erzählt Stopka, hätten zum Beispiel einmal in ihrer Wohnung gehangen – im Wohnzimmer oder in der Küche. Nun schmücken sie ihr „Baby“.

Für das Projekt „Stopkas“ ist das Ehepaar extra nach Mönchengladbach gezogen. „Wir kommen ursprünglich aus Köln“, sagt Gabriele Stopka. Geplant gewesen sei das alles nicht – Gabrieles Mann Michael sei als Steuerberater und Wirtschaftsprüfer tätig gewesen.„Wir dachten, wir machen das einfach mal“, gesteht Gabriele Stopka. Und so kam es, das Michael Stopka seinen jetzigen Ruhestand dem Stopkas widmet – er liebe es zu kochen und neue Rezepte zu entwickeln, sagt Gabriele Stopka. „Er ist der Kreative.“ Die Kuchenrezepte, die wöchentliche Menükarte – alles selbst ausgedacht.

Das perfekte Lokal fanden die beiden dann an der Bismarckstraße: Die historische Wandbemalung im Innern des mehr als hundert Jahre alten Gebäudes sowie die originale Stuck-Verkleidung haben die Stopkas behalten. Und auch den Keller, der vor etwa 30 Jahren als Discothek diente, nutzen die Stopkas: „Der hat die perfekte Temperatur zum Fermentieren“, sagt Gabriele Stopka.

Das alles – das „Baby“ der Stopkas – kommt gut an: Singles, Familien, Junge, Alte, Frauen, Männer – sie alle gehören zum Kundenstamm. Sogar eine Schulklasse stattete der 55-Jährigen schon vor Eröffnung einen Besuch ab – für ein Schulprojekt zum Thema Nachhaltigkeit. Drei Stunden lang hätten die Kinder Gabriele Stopka Löcher in den Bauch gefragt. Anschließend hätten sie sogar eine Ausstellung in ihrer Schule über das Stopkas verwirklicht. Doch das große Interesse an ihrem Konzept bringe das vierköpfige Team manchmal auch an seine Grenzen. Es komme auch schon mal vor, dass um 17 Uhr der Kuchen oder die Suppen aus seien. Stopka hofft deshalb auf ein langsames, organisches Wachstum. Eben genau das, was einem „Baby“ gut tut.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Veganes und Nachhaltiges im „Stopkas“