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Mönchengladbach: Das Leihsystem der E-Scooter in Mönchengladbach kommt vorerst nicht

Nach mehreren Rückschlägen für die NEW : Vorerst kein E-Scooter-Angebot in Mönchengladbach

Für den vergangenen Sommer kündigte die NEW ein E-Scooter-Leihsystem für Mönchengladbach an. Es folgte eine Reihe von Rückschlägen – nun sieht die Stadttochter bis auf Weiteres von einer Einführung ab.

 Anfang Juli sollte das erste E-Scooter-Leihsystem in Mönchengladbach starten – 2019 wohlgemerkt. Insgesamt 100 elektrisch betriebene „Tretroller“ waren damals von der Stadttochter NEW zusammen mit der Hamburger Partnerfirma Floatility für das Stadtgebiet vorgesehen. Es sollte eine einjährige Pilotphase geben. Im Juni 2020 sind die E-Scooter mit dem Namen „Wheesy Floater“ allerdings immer noch nicht vorhanden. Und sie werden es auch in naher Zukunft nicht sein. „Es ist unwahrscheinlich, dass es 2020 einen Start des E-Scooter-Verleihsystems gibt“, schrieb die NEW auf Anfrage unserer Redaktion.

Aktuell stellt die NEW im Stadtgebiet elektrische Autos und Straßenroller aus ihrer sogenannten „Wheesy-Flotte“ zur Verfügung. Zu den Gründen, von einer Erweiterung des Angebots auf E-Scooter vorerst abzusehen, teilte die NEW mit: „Zum jetzigen Zeitpunkt wird die Sicherheit durch die weiteren, am Markt verfügbaren Produkte nicht vollumfänglich gewährleistet, weshalb von einer Erweiterung um eine neue Fahrzeugart bei Wheesy zunächst abgesehen wird.“

Was das für die Partnerschaft mit der Firma Floatility bedeutet, ließ die NEW offen. Auch zu etwaigen bereits getätigten Zahlungen sowie Rückzahlungs- oder Schadensersatzansprüchen an die Partnerfirma gab die NEW keine Auskunft. Man teilte lediglich mit: „Wir sind mit der Firma Floatility in aktuellen Gesprächen und möchten uns zu deren Inhalt nicht äußern.“

Das Unternehmen Floatility fertigt und vertreibt die sogenannten „e-floater“, wie der elektrischen Tretroller mit drei Rädern dort heißen. Zum Thema Sicherheit seiner E-Scooter sagte Pressesprecher Jannick Fischer: „Unsere e-floater-Flotten entsprechen den höchsten Sicherheitsanforderungen und werden regelmäßig durch unser Technik- und Service-Team kontrolliert und gewartet. Alle Fahrzeuge sind vom Kraftfahrtbundesamt sowie dem TÜV-Nord abgenommen und zugelassen.“ Das Unternehmen wollte ebenfalls keine Aussage zur gegenwärtigen Geschäftsbeziehung mit der NEW tätigen.

Mit seinem Produkt ist Floatility unter anderem seit Januar in Hamburg vertreten. Aufgrund der geringen Flottengröße von rund 100 Stück sei das Unternehmen laut der Stadt Hamburg dort aber nur ein vergleichsweise kleiner Anbieter. Die Stadt habe daher bisher wenig Kontakt zu dem Unternehmen gehabt und könne nichts zu bisherigen Erfahrungen sagen.

Zuletzt war in Mönchengladbach Ende Oktober 2019 ein Start des Leihsystems gescheitert. Damals wies ein geringer Prozentsatz der E-Scooter technische Mängel an einem Bauteil der Radaufhängung auf. Zuvor hatte sich bereits der ursprüngliche Starttermin im Juli verschoben, da noch keine offizielle Betriebserlaubnis durch das Kraftfahrtbundesamt vorlag.

Eine spätere Einführung im August scheiterte dann ebenfalls – es gab Probleme mit der App, über die der „Wheesy Floater“ ausgeliehen werden sollte. Denn die angedachte Ausleihe mit der NEW-eigenen App „Wheesy“, mit der unter anderem auch die E-Autos der NEW gebucht werden, stellte sich als untauglich für die E-Scooter heraus.

Am Mittwochabend hatte Torben Schultz, Chef der Linken-Ratsfraktion, in der Ratssitzung die Anfrage zur schriftlichen Beantwortung gestellt, was aus dem „Floater“ der NEW geworden sei.

E-Scooter sind derweil in Mönchengladbach schon unterwegs – das Unternehmen Tier startete im Oktober sein Angebot.