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Mönchengladbach: "Das Graefen + König" schließt am 1. Februar 2019

Mönchengladbacher Altstadt : Das „Graefen + König“ schließt

26 Jahre lang haben Gäste in dem Lokal am Alten Markt gefeiert, gegessen und geredet. Am Freitag schließt das Restaurant, das auch Bar ist. Ganz aufgegeben hat Geschäftsführer Max Mill die Hoffnung aber noch nicht.

Die Mitarbeiter im „Graefen + König“ kennen ihre Stammgäste: die ältere Dame, die immer zum Mittagessen kommt, den Mann, der nachmittags einen Latte Macchiato bestellt, die Gruppe, die einmal die Woche zum Biertrinken kommt, und die vielen anderen. Sie alle müssen sich ab Freitag umstellen. Denn dann schließt das Restaurant, das auch Bar ist.

26 Jahre lang gab es das „Graefen + König“ am alten Markt, 16 Jahre davon am jetzigen Standort, davor lag es auf der anderen Straßenseite. Eröffnet wurde das Lokal mit Ganztagesbetrieb von Uwe Schmitz, ein in Mönchengladbach bekannter Gastronom, der den „Club der Wirte“ mitgründete und sich auch im sozialen Bereich engagierte. So fanden im „Graefen + König“ zum Beispiel regelmäßig Spielenachmittage in Zusammenarbeit mit der evangelischen Stiftung Hephata statt. Aber es gab auch viele andere Veranstaltungen. Das Konzept kam von Anfang an gut an. Uwe Schmitz expandierte, holte seinen Sohn Maximilian Mill mit ins Geschäft. Das „Graefen Clubbing“ (heute nur noch Graefen) und das „Chyna Whyte“, beide am Alten Markt, kamen hinzu. „Wir haben über eine Million Euro in unsere Betriebe am Alten Markt in Mönchengladbach investiert“, sagt Mill.

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Alles sei gut gelaufen, sagt Max Mill, der eigentlich gelernter Informatiker ist. Doch dann erhielt sein Vater einen Anruf aus Köln. Uwe Schmitz bekam das Angebot, ein Lokal in Köln am „Alter Markt“ zu übernehmen. „Mein Vater sagte zu, es sollte sein letztes Baby sein, bevor er sich zur Ruhe setzen wollte“, berichtet sein Sohn, der sich heute ebenfalls im Club der Wirte sowie im Vorstand des Dehoga (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband) einbringt.

Doch für Uwe Schmitz und seinen Sohn sollte alles anders kommen, als erwartet. „Bau und Genehmigung in Köln verzögerten sich um zweieinhalb Jahre, mit der Finanzierung wurde es schwierig. Wir mussten von Mönchengladbach aus querfinanzieren“, sagt Mill. Denn nach der Eröffnung in der Domstadt seien die Umsätze nicht so hoch gewesen, wie versprochen und einkalkuliert. „Wir konnten die Ratenzahlungen nicht mehr bedienen. Mein Vater wurde krank“, berichtet der Sohn.

Schließlich habe man Insolvenz anmelden müssen. „Das Graefen und das Chyna Whyte haben wir wieder aus der Insolvenz auslösen können. Wir haben uns mit den Vermietern geeinigt“, sagt Max Mill. Beim ältesten der Lokale, dem „Graefen + König“, habe das noch nicht geklappt. Sehr schade findet das der junge Geschäftsführer – nicht nur, weil dort Generationen gefeiert haben. „Wir haben gerade auch ein Super-Mitarbeiter-Team“, sagt Mill. 35 Beschäftigte gibt es im „Graefen + König“, die meisten davon sind Vollzeitkräfte. Max Mill muss sie nun schweren Herzens entlassen.

Noch hat der Geschäftsführer nicht ganz die Hoffnung aufgegeben. Es würden noch Gespräche geführt, sagt er. Aber eins bleibt: Der heutige Donnerstag ist der letzte Arbeitstag im „Graefen + König“. In den anderen beiden Clubs gehe der Betrieb wie gewohnt weiter, versichert Mill.