1. NRW
  2. Städte
  3. Mönchengladbach

Mönchengladbach: Das bietet der Urlaub vor der Haustür

Unterkünfte in Mönchengladbach und Umgebung : Das bietet der Urlaub vor der Haustür

Wann wir wieder ins Ausland verreisen können, ist offen. Doch auch die Vielfalt für einen Urlaub vor der Haustür ist groß. Wir haben einige Beispiele aus Mönchengladbach und Umgebung.

Manchmal lädt Karina Pollmanns ihre Gäste einfach in ihr Auto und macht mit ihnen eine Rundfahrt durch die Stadt. „Ich finde, dass Mönchengladbach sehr viel zu bieten hat, und das zeige ich den Gästen sehr gerne“, sagt Pollmanns, die mit ihrem Mann Bernd seit gut zehn Jahren im Ortsteil Hamern zwei Ferienwohnungen anbietet. Neben Borussenfans und Wanderarbeitern hat sie ab und an auch Touristen zu Gast. Eine Fahrt durch die Stadt sei die beste Gelegenheit, etwas von Mönchengladbach kennen zu lernen – selbst wenn man von hier kommt. „Ich wohne bereits seit 1989 in Gladbach und habe trotzdem an zwei Stadtrundfahrten teilgenommen. Das lohnt sich auf jeden Fall“, sagt sie.

Vielleicht hat sie in den kommenden Monaten auch einmal Gäste, denen die Stadt nicht fremd ist. Denn ein kleiner Urlaub vor der eigenen Haustür könnte in Corona-Zeiten, in denen Reisen ins Ausland nur schwer oder gar nicht möglich sind, eine gute Alternative sein. Möglichkeiten gibt es alleine in Mönchengladbach genug.

 Die Ferienwohnung von Gabriela Drees-Holz liegt im Korschenbroicher Stadtteil Liedberg.
Die Ferienwohnung von Gabriela Drees-Holz liegt im Korschenbroicher Stadtteil Liedberg. Foto: Ilgner Detlef (ilg)

Wer sich einmal durch die Angebote auf den üblichen Buchungsportalen oder auch auf der Internetseite der Stadt klickt, bekommt einen guten Überblick über die Bandbreite an Zimmern und Ferienwohnungen: ob zentral in Gladbach oder Rheydt gelegen oder im Grünen am Stadtrand, ob in einer historischen Scheune in Bettrath-Hoven oder in einem Gästeapartment mit Heimkino in Genhülsen.

Wer unweit der eigenen vier Wände einmal für ein Wochenende oder wenige Tage abschalten möchte, kann auch ins Hotel gehen. Für viele Mönchengladbacher dürfte dabei das H4-Hotel im Borussia-Park direkt am Stadion eine Option sein. Denn auch wenn es derzeit nicht möglich ist, das Training der Fußballprofis zu verfolgen, gibt es neben dem Übernachten in borussiaspezifischen Themenzimmern auch die Möglichkeit, die Fohlenwelt – das vereinseigene Museum im Erdgeschoss des Hotel-Komplexes – zu besuchen. „Wir hatten schon immer auch viele touristische Gäste im Hotel, unabhängig von den Spieltag-Übernachtungen“, sagt Andreas von Reitzenstein aus dem Management von H.Hotels.com. Genaue Angaben, wie viele Mönchengladbacher bereits im H4-Hotel übernachtet haben, könne das Unternehmen aber nicht machen.

 Seit zehn Jahren bieten Karina und Bernd Pollmanns zwei Ferienwohnungen in Mönchengladbach an.
Seit zehn Jahren bieten Karina und Bernd Pollmanns zwei Ferienwohnungen in Mönchengladbach an. Foto: bauch, jana (jaba)

Nicht weit entfernt vom Borussia-Park bietet auch das Palace St. George zwölf individuell gestaltete Zimmer an. „Wir haben uns bei der Neugestaltung auf alle Kategorien von Gästen eingestellt, auf Geschäftsleute, Besucher von Fußballspielen oder Musikkonzerten, aber auch auf Urlauber“, sagt Geschäftsführer Christian von Daniels. In den vergangenen Wochen war das Palace St. George geschlossen, mit den am Mittwoch beschlossenen Lockerungen hofft von Daniels aber, dass er den anstehenden Sommer nicht komplett abschreiben muss. „Wir gehen positiv an die Sache heran und investieren beispielsweise in die Terassen- und Gartenmöblierung“, sagt von Daniels.

In der Krise kreativ werden und auch über Angebote für Gäste aus der Region nachdenken, dazu rät auch Andreas Graf, Vorsitzender des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) in Mönchengladbach/Kreis Viersen. „Viele Hotels sind da auch schon sehr umtriebig. Und die Beschränkungen bei Auslandsreisen dürften auch einen Effekt auf den Tourismus im eigenen Land haben. Wie viel im Bereich Städtereisen davon für Mönchengladbach abfällt, kann jetzt aber noch nicht beziffert oder bewertet werden“, sagt Graf.

 Das H4-Hotel im Borussia-Park bietet für Fußballfans viele themenspezifische Zimmer, hier ist Günter Netzer an der Wand verewigt.
Das H4-Hotel im Borussia-Park bietet für Fußballfans viele themenspezifische Zimmer, hier ist Günter Netzer an der Wand verewigt. Foto: Denisa Richters

Ein kreativer Übernachtungsort ist sicherlich auch das Nikolauskloster in Jüchen. Im Kloster befinden sich 19 Einzel- und 20 Doppelzimmer. Hinzu kommen mehrere Dreibett-, Vierbett-, Siebenbett- und Achtbettzimmer. Insgesamt 97 Betten stehen derzeit erstmal leer. „Bisher gibt es noch keine Anfragen“, sagt Pater Andreas Petith. Im Sommer gebe es üblicherweise eine ganze Reihe von Gruppen, die einige Tage im Kloser verbringen. In diesem Jahr hätten jedoch bereits fast alle abgesagt. Auch geplante Seminare und die Angebote der Kinder- und Jugendfreizeit fänden vorerst nicht statt. „Was im Juli und August sein wird, wissen wir noch nicht“, sagt er.

Deutlich besser konnte Gabriela Drees-Holz die Coronazeit in ihrer Ferienwohnung überbrücken. „Ich habe derzeit für zwei Monate einen Dauermieter“, sagt sie. Zwar seien auch bei ihr für den Sommer einige Buchungen storniert worden. Sie hofft aber auf viele Wochenendtouristen und Heimaturlauber. Für sie stehe die Wohnung ab Ende Juni wieder zur Verfügung.

Auf 36 Quadratmetern können diese mitten im beschaulich-schönen Liedberg übernachten. Eine der Ferienwohnungstüren führt in den Garten mit Blick auf die Liedberger Hochzeitskapelle, die andere direkt in den Wald. Besonders bei niederländischen Gästen sei der Ort zum „Urlaub im Gebirge“ beliebt, wie Drees-Holz lachend sagt. Doch auch Fahrrad- und wegen der Neusser Halle sogar Skibegeisterte seien schon zu Gast gewesen. Sie können zudem die Kunst bewundern, die Drees-Holz fertigt.