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Mönchengladbach: Das bieten Verbraucherzentrale, Schuldnerberatung und VdK nun an

Beratungsstellen in Mönchengladbach : Verbraucher-Fragen in Corona-Zeiten

Die Verbraucherzentrale erhält derzeit viele Anfragen zu den Themen Reiserecht, Geldsorgen und Stromschulden. Da Publikumsverkehr ausgeschlossen ist, haben auch andere Beratungsstellen der Stadt ihren Service umgestellt.

Das Telefon in der Verbraucherzentrale steht nicht mehr still. Aufgrund der Corona-Krise kommen noch deutlich mehr Anfragen bei den Mitarbeitern der Beratungsstelle an als im Normalfall. „Es kommen jetzt auch gehäuft Fragen zu Themen, bei denen wir nicht beraten können, zum Beispiel zum Arbeitsrecht. Man merkt, die Verbraucher sind verunsichert“, sagt der Leiter der Beratungsstelle, Sebastian Dreyer.

Ein Themenschwerpunkt liege derzeit bei Reiserechtsfragen, ausgefallenen Veranstaltungen und Anfragen zu laufenden Kosten, etwa beim Fitness-Studio. „Das Thema Reisestornierung ist relativ komplex. Aufgrund der aktuellen Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes ist bei kurz bevorstehenden Pauschalreisen ins Ausland ein Rücktritt von der gesamten Reise fast immer möglich. Bei Individualreisen und Urlaub, der erst in einigen Monaten ansteht, empfehle ich eine persönliche Beratung über unsere zusätzliche landesweite Corona-Hotline“, sagt Dreyer.

Zudem melden sich derzeit viele Bürger, weil sie aufgrund der Corona-Krise finanzielle Probleme bekommen. „Manche Verbraucher trifft das besonders hart. Sie verlieren ihren Job, müssen von Kurzarbeitergeld leben und können ihren Strom, ihre Miete oder ihre Kredite nicht mehr bezahlen. Für diese Fälle hat der Gesetzgeber ab dem 1. April Sonderregelungen und Hilfen beschlossen. Diese als Verbraucher zu nutzen, ist jedoch nicht ganz einfach“, sagt Dreyer. Deswegen hat die Beratungsstelle eine spezielle Hotline für finanzielle Probleme, Stromschulden und Geldsorgen eingerichtet.

Viele Verbraucher haben Fragen zum Reiserecht. Foto: dpa/Jens Büttner

Auch einige allgemeine Tipps gibt die Verbraucherzentrale. „Ruhe bewahren, sich nicht von der teilweise verbreiteten Hysterie anstecken lassen und solidarisch handeln. Auch wer online Atemmasken oder Desinfektionsmittel sucht, sollte vorsichtig sein und etwa auf Lieferfristen und mögliche Fake-Shops achten“, sagt Dreyer, dessen Beratungsstelle komplett auf die Bearbeitung telefonischer Anfragen und auf E-Mail-Verkehr umgestellt hat. „Das funktioniert schon gut, stellt aber für manche ältere Personen und Verbraucher mit Sprachproblemen eine Hürde dar. In solchen Fällen muss die Kommunikation am Telefon oder auf dem Postweg erfolgen.“

Auch andere Beratungsstellen in der Stadt haben durch den weggefallenen Publikumsverkehr ihren Service angepasst. So ist es auch bei der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Freien Wohlfahrtsverbände, die Beratungsstelle an der Odenkirchener Straße ist geschlossen. Somit können weder Einzelgespräche noch die wöchentliche Gruppen-Informationsveranstaltung stattfinden. Dafür hat die Schuldnerberatung ihre telefonische Erreichbarkeit erweitert. Statt der normal zwei Stunden allgemeinen Telefonberatung am Vormittag, stehen die Beratungskräfte nun täglich von 9 bis 13 Uhr unter den Telefonnummern 02166 254681 sowie 02166 997718 zur Verfügung. Zudem werden für den Nachmittag Telefontermine vereinbart. „Wir bieten unsere Beratung weiterhin im vollen Umfang an“, sagt die Leiterin Karin Fuhrmann-Dally.

Auch die Stromkosten beschäftigen nun viele Bürger. Foto: dpa/ Jens Wolf/Jens Wolf

Auch die sechs Ortsverbände sowie der Kreisverband des Sozialverbandes VdK, der vor allem die Interessen von Rentnern, Menschen mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen im weiten Feld des Sozialversicherungsrechts vertritt, mussten alle Veranstaltungen absagen sowie die Sprechstunden aussetzen. Dennoch sei der Verband für alle Mitglieder und Rat suchende Bürger da, versichert der Kreisverbandsvorsitzende Gerd Orts: „Unsere ehrenamtlichen Sozialberater sind weiterhin erreichbar und die Rechtsberater auf der Geschäftsstelle tätig. Sie sind gut miteinander vernetzt und können manche Probleme auch durch eine E-Mail oder ein Telefonat leicht klären.“ Notwendige Informationen sende der Verband nach Rücksprache auch per Post, zudem seien manche Ehrenamtler in der allergrößten Not auch weiterhin bereit, Hausbesuche zu machen, soweit es gesundheitlich vertretbar ist, fügt Orts hinzu.

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