1. NRW
  2. Städte
  3. Mönchengladbach

Mönchengladbach: Corona trifft Gladbachs Wirtschaft besonders hart

Konjunkturumfrage der IHK Mittlerer Niederrhein : Corona trifft Gladbachs Wirtschaft besonders hart

Die Lage der Unternehmen in Mönchengladbach ist durch die Corona-Pandemie deutlich schlechter als bei anderen Firmen in den umliegenden Städten. Viele wollen Arbeitsplätze abbauen.

Die Corona-Pandemie trifft die Wirtschaft in Mönchengladbach härter als in den umliegenden Städten und Gemeinden. Das geht aus den Daten der Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammern (IHK) Mittlerer Niederrhein und Düsseldorf hervor. Demnach melden in Mönchengladbach derzeit nur 19 Prozent der Betriebe eine gute Geschäftslage, in den beiden Bezirken sind es im Durchschnitt hingegen 23 Prozent. In Mönchengladbach bewerten 40 Prozent der Betriebe ihre aktuelle Lage als schlecht, im Durchschnitt sind es in der Region nur 32 Prozent. Der Lageindikator (das ist die Differenz von Gut- und Schlechtmeldungen) liegt mit -21 deutlich unter dem Durchschnitt der beiden Bezirke. An der Umfrage haben sich in beiden Kammerbezirken rund 850 Betriebe mit insgesamt 82.500 Beschäftigten beteiligt, darunter auch 100 Unternehmen aus Mönchengladbach.

„Wir sehen vor allem im Großhandel und in der Logistik noch keinen Auftrieb im Gegensatz zu manchen Dienstleistungen oder der Industrie. Mönchengladbach hat aber einen starken Bezug zu Großhandel und Losgistik“, sagt Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein. Aber auch industrielle Betriebe aus den Bereichen Maschinenbau und Metalle bewerten die Lage deutlich pessimistischer als anderen Branchen. „Das steht im Zusammenhang mit der Lage der Automobilzulieferer, die sich ohnehin im Strukturwandel befinden“, sagt Steinmetz. Maschinenbau ist der wichtigste Industrie-Zweig in Mönchengladbach.

Insgesamt gaben 47 Prozent der befragten Betriebe in der Stadt an, in diesem Jahr Umsatzeinbußen von mehr als zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu haben. Am Mittleren Niederrhein und in Düsseldorf waren es 44 Prozent der Unternehmen. Dennoch: Unterm Strich zeigen sich gegenüber der letzten Umfrage aus dem Sommer auch in Mönchengladbach Erholungstendenzen.

Steinmetz und sein Düsseldorfer Kollege Gregor Berghausen warnen dementsprechend vor einem erneuten flächendeckenden Lockdown. Die Wirtschaft gehe zwar nicht von einem baldigen Ende der Pandemie aus, viele haben längere Schwierigkeiten befürchtet. Erneute Einschränkungen würden aber vor allem Gastronomie, Freizeit- und Eventbranche sowie den Tourismus schwer treffen, sagt Berghausen. „Wenn es gelingt, einen flächendeckenden Lockdown zu verhindern, sollte sich die allmähliche Aufwärtsbewegung weiter fortsetzen können“, sagt Steinmetz.

Die Lage der Betriebe könnte sich auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar machen. Zwölf Prozent der Unternehmen planen 2021, mehr Beschäftigte einzustellen. Aber 25 Prozent gehen von einem Stellenabbau aus. Der Beschäftigungsabbau dürfte in Gladbach also stärker zu spüren sein als in der Region.