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Mönchengladbach: Corona-Tests für alle wäre für Stadt "große Herausforderung"

Pandemie in Mönchengladbach : Stadt findet Corona-Tests für alle schwierig

Sollten wie in Bayern angekündigt alle Bürger getestet werden, befürchtet die Stadt Mönchengladbach Engpässe. Sorgen bereiten die begrenzten Laborkapazitäten und die entsprechenden Abstrichmöglichkeiten.

Corona-Tests für alle Bürger – die Stadt Mönchengladbach blickt mit Spannung nach Bayern. Dort hatte Ministerpräsident Markus Söder genau dies am Wochenende angekündigt und am Montag bekräftigt. Sollte Nordrhein-Westfalen dabei nachziehen, dann wäre das für die Stadt in jedem Fall eine große Herausforderung, wie Stadtsprecher Wolfgang Speen sagt. „Dabei gibt es vor allem zwei Engpässe: Einmal sind die Laborkapazitäten begrenzt, und zum anderen müssen dafür auch die entsprechenden Abstrichmöglichkeiten vorliegen“, sagt Speen. Dazu müssten auch personell sämtliche Kräfte in der Ärzteschaft mobilisiert werden, um 270.000 Menschen zu testen. „Dieses Ergebnis wäre dann ja auch nur eine Momentaufnahme“, sagt Speen. „Wir sind sicher nicht die einzigen, die sich fragen, wie das in Bayern funktionieren wird. Wir sind sehr gespannt.“

In Mönchengladbach entscheiden derzeit vor allem die Hausärzte über Corona-Tests bei Patienten, die Symptome zeigen. Dazu bestimmt das Gesundheitsamt auf Grundlage der Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) über weitere Tests, etwa bei Kontaktpersonen von Infizierten.  Diese Vorgaben haben sich in den vergangenen Monaten mehrmals geändert. Ohne Anlass zu testen, ergibt aus Sicht des Mönchengladbacher Gesundheitsamtes keinen Sinn.

Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie im März wurden in Mönchengladbach bis zum Montag genau 8707 Menschen auf das Coronavirus getestet. Bei 683 Gladbachern war der Befund positiv. Die Zahl der akut Infizierten ist seit Wochen auf einem relativ niedrigen Niveau. Diese Zahl gibt allerdings aller Wahrscheinlichkeit nach nicht die tatsächlich vorhandenen Infektionen wieder. Im Kreis Gütersloh, wo nach dem Ausbruch im Tönnies-Fleischwerk die Tests deutlich ausgeweitet wurden, ist die Zahl der positiven Nachweise in der vergangenen Woche in der Bevölkerung deutlich gestiegen.

Noch offen ist nach Angaben der Stadt, ob die Mitarbeiter der fleischverarbeitenden Betriebe in Mönchengladbach nach einer neuen Verordnung des Landes künftig intensiver getestet werden müssen. Das Land hat erlassen, dass Mitarbeiter aus Betrieben mit mehr als 100 Beschäftigten künftig zwei Mal pro Woche getestet werden müssen. Fünf solcher Betriebe kämen laut Stadt infrage. „Wir können momentan noch nicht sagen, ob welche darunter sind, die unter die Verordnung fallen“, sagt Speen. „Wir haben die Listen angefordert und werden das prüfen.“