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Mönchengladbach: Corgi James über die Impfung für Hunde

Hunde-Kolumne aus Mönchengladbach : Soll ich mich impfen lassen?

Hunde sollten jährlich Auffrischungsimpfungen erhalten. Corgi James erklärt, warum dies so wichtig ist und was es zu beachten gilt.

Während die ganze Welt auf Impfstoffe zum Schutz vor Covid-19, der durch das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 verursachten Krankheit wartet, gehen meine Auffrischungsimpfungen ihren jährlichen Gang. Neulich war es wieder soweit. Warum eigentlich? Ich gebe mal einen Überblick.

Die Impfung „Die Idee der Impfung ist genial“, sagt die Hardter Tierärztin Rita Otten: „Man gibt bestimmte Krankheitserreger in den Körper, die die natürlichen Abwehrreaktionen provozieren. Da die Erreger abgeschwächt sind, lösen sie aber keine Krankheit aus, sondern mobilisieren vielmehr das Immunsystem.“ Und das ist dann im Fall einer tatsächlichen Infektion ausreichend vorbereitet, um die entsprechenden Krankheitserreger abzuwehren und damit nicht zu erkranken oder zumindest Krankheitssymptome stark zu mildern. Würmer sollte der Hund bei einer Impfung übrigens nicht haben: Seine Abwehrkräfte wären in diesem Fall schon bereits stark beansprucht.

Die Grundimmunisierung Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) empfiehlt in ihrer Leitlinie zur Impfung von Hunden, jeden Hund in den ersten 15 Lebensmonaten mehrfach gegen Staupe, Hepatitis, die Viruserkrankung Parvovirose, die bakterielle Erkrankung Leptospirose und Tollwut zu impfen. Damit sei eine Grundimmunisierung erreicht. Weitere Impfstoffe können nach vorherigen Tests für Hunde sinnvoll sein, die aus anderen Ländern mit weiteren dort bekannten Krankheitserregern nach Deutschland gebracht werden.

Antikörpertests Ist es denn wirklich nötig, die Schutzimpfungen je nach Impfschema für eine Erkrankung jährlich oder in längeren Abständen zu wiederholen? „Das kommt auf die Lebensumstände des Hundes an“, sagt Otten. Klar, Arbeits- und Gebrauchshunde sowie Hunde, die in der Zucht stehen, müssen durchgeimpft werden. Diese Hunde haben in der Regel ein größeres Einzugsgebiet oder können Krankheiten an ihre ungeschützten Welpen weitergeben. Man muss auch sehen, ob der Hund zusammen mit Kindern oder immungeschwächten Menschen lebt oder viel auf Reisen mitgenommen wird. Kurzum, ein einheitliches Impfschema gibt es nicht. „Man kann den Hund auch auf Antikörper testen. Hat er davon ausreichend gebildet, muss er nicht geregelt geimpft werden, sofern er nicht zu den gerade genannten Gruppen gehört. Unbedingte Voraussetzung hierfür ist aber, dass der Hund grundimmunisiert wurde“, erklärt Otten.

Impfreaktionen „Alle Medikamente können Nebenwirkungen haben, auch bei rein pflanzlichen Mitteln können Reaktionen auftreten“, sagt Otten. Als Folge einer Impfung könnten bei Hunden wie auch bei Kindern Fieber oder Abgeschlagenheit aufkommen: „Die Symptome verschwinden nach ein bis zwei Tagen von selbst“, erklärt die Tierärztin. Heftige, wenn auch seltene Reaktionen wie ein anaphylaktischer Schock müssten hingegen sofort behandelt werden. Otten untersucht ihre Patienten vor jeder Impfung gründlich auf Vorschädigungen. „Wenn ich weiß, dass der Hund eine Krebserkrankung hat, impfe ich ihn nicht. Dann benötigt er aber Kontakt zu Hunden, die geimpft sind.“

Die Herdenimmunität Die Impfung des Hundes dient nicht nur zu seinem eigenen Schutz vor Ansteckung, sondern mindert auch das Risiko, andere Hunde anzustecken. Daher ist es sinnvoll, möglichst viele geimpfte Hunde zu haben, denn sie schützen damit auch die, die etwa aufgrund einer Erkrankung nicht geimpft werden können: Wo keine Angriffsfläche vorhanden ist, kann sich auch keine Krankheit ausbreiten. Das Miteinander von immunisierten und nicht immunisierten Hunden folgt also dem Prinzip der Solidargemeinschaft. Um Epidemien zu verhüten, rät die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin zu einem Durchimpfungsgrad der Hundepopulation in Deutschland von mindestens 70 Prozent. Insbesondere an Orten mit hohem Infektionsdruck wie in Tierheimen und Pensionen sei neben exzellentem Hygienemanagement ein klar definiertes Impfprogramm vonnöten, um potenziell verheerende Konsequenzen zu verhindern.

Es grüßt euch der charmanteste Corgi vom linken Niederrhein, euer James.

Unsere Autorin Susanne Jordans schreibt in dieser Kolumne aus Sicht ihres Hundes.