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Mönchengladbach: Corgi James guckt einen Corgi-Kino-Film

Kolumne Corgi James : Ein Stück aus dem Tollhaus

Corgi James sieht sich im Kino den Animationsfilm „Royal Corgi – Der Liebling der Queen“ an und wundert sich.

Die Story ist schnell erzählt und endet so, wie Filme dieser Art eben enden: Die Film-Queen besitzt vier Corgis, ihr Liebling ist der junge Rex. Das verwöhnte Tier schnell gelernt, sich alle Freiheiten bei Hofe herausnehmen zu können. Corgis sind halt clever. Der auf eine zugegeben liebenswerte Weise unverschämte junge Rüde – Corgis sind eben charmant – begeht bei einem Dinner mit dem Donald Trump im Film im Buckingham Palace einen unverzeihlichen Fehler: Er beißt dem Präsidenten ungewollt in den Schritt. Rex schämt sich dafür (Hunde kennen kein Schuldgefühl), meint, die Gunst der Queen verloren zu haben, und lässt sich auf den Vorschlag seines besten Corgi-Freundes Charly ein, mit ihm gemeinsam den Palast hinter sich zu lassen. Was Rex in seiner Unerfahrenheit nicht ahnt: Charly will Rex loswerden, damit er selbst die Nummer eins der Queen werden kann (Hunde sind weder planend noch berechnend). Die beiden flüchten; auf einer Themse-Brücke stößt Charly Rex hinunter in die gefrorenen Fluten des Flusses und wirft zur Sicherheit noch einen Stein hinterher. Dann kehrt Charly zurück in den Palast, um sich auf seine neue Rolle vorzubereiten. Auf wundersame Weise wird Rex von einem Mann gerettet, der in einem Londoner Tierheim arbeitet. Rex landet genau dort, erlebt allerlei Abenteuer, verliebt sich in die Hündin Wanda, ein Fabelwesen, halb Cocker, halb Pferd, findet gemeinsam mit seiner großen Liebe irgendwie doch wieder in den Palast zurück, und die Queen ist überglücklich, ihren Rex wieder zu haben.

Der Film besitzt viele kleine Details, die mit einigem Know-How herausgearbeitet sind. So liest der Film-Prinz-Philip als Gute-Nacht-Lektüre aus dem Bändchen „How to kill dog“. Dem echten Prinzen wird nachgesagt, den Corgis seiner Frau nicht sonderlich zugetan zu sein. Die Corgis leben im Palast in ihrem eigenen Raum. Ihnen werden Tag für Tag frisch zubereitete Menüs serviert, individuell auf den jeweiligen Corgi zugeschnitten: Lamm mit Gemüse und ausgewählten Kräutern für den einen, der andere, schon etwas älter, erhält Huhn mit Variationen der Kartoffel. Die Queen ist bekannt dafür, ihre Hunde mit Futter der besonderen Art zu begeistern.

„Herr und Frau Trump“ haben im Film ihre Corgi-Hündin mitgebracht, um sie von Rex decken zu lassen. Die Hündin trägt wie in den USA nicht unüblich ein Herzchenhaarschnitt am Po, besitzt aber eine Rute. Corgis werden in den USA nicht kupiert; unkupierte Pembroke Welsh Corgis sind sogar dort erst gar nicht zur Zucht zugelassen. So gar nicht für Kinder geeignet ist dieser Film, weil Rex in die Waschmaschine gesteckt wird, damit er seine Kondition in der Trommel laufend verbessert – funktioniert wie in einem Hamsterrad, nur leider ist die Waschmaschine geschlossen und der Waschgang, wenn auch ohne Wasserzufuhr (immerhin) eingeschaltet. Auf ihrer Flucht überqueren Rex und Charly die wuselige Road vor dem Buckingham Palace auf ihrem Weg zum St. James’s Park. Gefühlte zehnmal werden sie von Autos und Bussen überfahren, ohne dass ihnen etwas passiert, weil sie sich einfach flach auf den Boden legen und den Reifen damit ausweichen. Hokuspokus im Kinosaal.

Es grüßt euch der charmanteste Corgi vom linken Niederrhein, euer James.

Unsere Autorin Susanne Jordans schreibt in dieser Kolumne aus Sicht ihres Hundes.