Mönchengladbach: Coding School für Jugendliche in Hochschule Niederrhein

Coding School in Mönchengladbach findet in den Herbstferien statt : In den Herbstferien zur Coding School

Spiele programmieren oder eine App kreieren: So etwas können 50 Jugendliche in den Herbstferien bei einer Coding School lernen. Die Hochschule Niederrhein macht dieses Angebot. In Krefeld hat sie bereits Erfahrungen damit gesammelt.

Den Vergleich mit den Musikinstrumenten findet Marc Hloch gut. So wie jeder Schüler idealerweise ein Instrument lernen sollte, aber nicht zwangsläufig Musiker werden muss, so sollte auch jeder Jugendliche heute ein grundsätzliches Verständnis für das Programmieren haben. „2019 müssen wir das erwarten können“, sagt Hloch, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule Niederrhein und Leiter des Projekts Coding School. Weil aber Coding Clubs an den meisten Schulen in der Stadt noch auf sich warten lassen, bietet jetzt die Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach in den Herbstferien erstmalig eine Coding School für Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren an: fünf Tage lang, kostenlos und freiwillig. In Krefeld hat man damit spannende Erfahrungen gemacht.

Unterstützung gibt es für das Projekt in Mönchengladbach auf breiter Front: der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Hochschule ist ebenso mit im Boot wie die IHK Mittlerer Niederrhein, der Förderverein Wirtschaftswissenschaften und die MGconnect-Stiftung der Wirtschaftsförderung Mönchengladbach. Menschen mit Informatikkenntnissen sind begehrt. „Schon am Ende des ersten Semesters haben 95 Prozent unserer Wirtschaftsinformatiker eine fachspezifische Nebenbeschäftigung“, erklärt Dekan Prof. Siegfried Kirsch.

Was macht die Coding School? Man könnte sie auch Programmierschule nennen, das würde aber nicht so gut klingen. „Die Teilnehmer lernen das Programmieren“, erklärt Hloch. „Dabei geht es sehr frei zu. Die Teilnehmer helfen sich gegenseitig und organisieren sich in hohem Maße selbst.“ Drei Hochschulmitarbeiter und drei Studierende sind als Trainer dabei.

Was wird gelernt? Gearbeitet wird mit dem Raspberry Pi, einem kleinen, sehr leistungsfähigen Computer. Es können Spiele programmiert werden, Apps oder auch eine Smarthome-Steuerung. „Dann macht eine Videokamera eine Aufnahme, wenn die Eltern ins Zimmer kommen. Das macht den Jugendlichen meist viel Spaß“, sagt Hloch.

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Welche Erfahrungen wurden in Krefeld gemacht? Die Initiatoren hatten mit 20 Anmeldungen gerechnet, nach drei Wochen lagen 70 Anmeldungen vor. „Wir haben einen relativ hohen Frauenanteil dabei und die Altersmischung funktioniert gut“, sagt Hloch. Eine Zwölfjährige habe sich nach dem Kurs direkt nach Bücherlisten und Einschreibemöglichkeiten erkundigt. Beim zweiten Coding-School-Angebot kamen auch Teilnehmer wieder und brachten eigene Projekte mit, um ein Feedback zu erhalten.

Warum engagieren sich IHK und Förderverein Wirtschaftswissenschaften für das Projekt? „Wir wollen die Standortattraktivität der Stadt vorantreiben“, sagt IHK-Vizepräsident Hartmut Wnuck. Damit sich eine Gründer- und Innovationskultur entwickle, benötigten die Schüler gute Programmierkenntnisse: „Wir wollen nicht alle zu Informatikern machen, aber alle auf die digitale Herausforderung vorbereiten.“ Der Förderverein Wirtschaftswissenschaften hat das Geld zur Anschaffung von Hardware in ausreichender Menge wie Bildschirmen und Computermäusen bereitgestellt. Elke Hohmann von der IHK sieht weitere Vorteile in der Coding School. „Beim Programmieren werden auch Abstraktionsfähigkeit, Kreativität und Problemlösungskompetenzen gestärkt. Die Schüler entwickeln sich weg von passiven Konsumenten hin zu aktiven Produzenten.“

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