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Mönchengladbach: Chorleiter Theo Laß geht in den Ruhestand

Mönchengladbach : Chorleiter Theo Laß geht in den Ruhestand

Nach mehr als 42 Jahren gab der Leiter des Rheydter Kinder- und Jugendchores sein Abschiedskonzert.

"Auf Theo Laß ist Verlass. Das sagt schon sein Name" meinte Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners in seinem erfrischend lockeren, kundigen und sehr einfühlsamen Grußwort. Es galt dem letzten Konzert des "Rheydter Kinder-und Jugendchores Theo Laß". Die Evangelische Hauptkirche Rheydt war bei dieser von vielen Emotionen begleiteten Veranstaltung so gut besucht, dass das Kirchenschiff nicht ausreichte und zahlreiche Besucher nur auf der Empore Platz fanden. "Sie haben die Kultur unserer Stadt in besonderer Weise bereichert und — neben Ihrer Kantorentätigkeit an St. Marien und als Leiter der Rheydter Abteilung der städtischen Musikschule — mit Konzerten und zahlreichen Chorreisen das Renommee von Mönchengladbach auch nach draußen getragen", lobte der OB den Träger der Stadtplakette und der Verdienstmedaille. 42 Jahre und acht Monate lang hat Theo Laß etwa 1000 Mädchen und Jungen die Liebe zur Musik und im Besonderen zum Singen vermittelt

Doch der "Rheydter Kinder-und Jugendchor" war bereits 1968 gegründet worden — von dem damals als Kirchenmusiker an der Kirche St. Johannes im Rheydter Westen wirkenden Heinz Gerhards. Schon nach kurzer Zeit konnte dieser seine Chorkinder erfolgreich in Konzerten mit seinen Chören einsetzen. Diese Arbeit nahm ein jähes Ende durch den tragischen Unfalltod des damals erst 31-Jährigen am 1. April 1972. Glücklicherweise erklärte sich Theo Laß zur Nachfolge bereit. Im Lauf der Zeit hatte der Chor immer mehr Zulauf — in Spitzenzeiten bis zu 180 Mitglieder. Damit bestritt Laß vielbeachtete Konzerte, teils mit weltberühmten Gesangssolisten. Bei Kinderchorwettbewerben waren die jungen Vokalisten erfolgreich, Reisen führten sie bis in die USA und Kanada, und in mehreren Opernproduktionen des hiesigen Theaters durften sie mitwirken.

Bei ihrem Abschlusskonzert, zu dem auch viele Ehemalige gekommen waren, präsentierten die auswendig singenden Kinder und Jugendlichen einen sehr gelungenen Querschnitt ihres reichhaltigen Repertoires, das vom Frühbarock über die Klassik bis zum Musical reicht — mit dem Volkslied als einem wichtigen Schwerpunkt. Wie bei diesem gut geschulten Chor gewohnt, bewunderte man erneut die Homogenität, die klare Diktion, reine Intonation und die natürliche, ungekünstelte Interpretation. Zwei Solistinnen aus dem Sopran durften sich über reichen Sonderapplaus freuen.

Vor den abschließenden Abendliedern und dem gemeinsam gesungenen "Nehmt Abschied, Brüder" dankte Theo Laß seinen ihm stets willig folgenden Choristen, seiner Familie für die immerwährende Unterstützung, der Wilberz-Stiftung sowie den anwesenden Politikern Dr. Günther Krings und Prof. Dr. Karl Hans Laermann für vielfältige Hilfe. Am Schluss wollte der Beifall kein Ende nehmen, und der Chorleiter nahm, sichtlich gerührt, von jedem der Mitwirkenden eine langstielige Rose entgegen.

(RP)