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Mönchengladbach: CDU feiert den Tag der Einheit

Niederländer kam nach der Wiedervereinigung nach Ostdeutschland : Eine Erfolgsgeschichte am Tag der Deutschen Einheit

Zum Tag der Deutschen Einheit richtete der Kreisverband der Mönchengladbacher CDU einen Festempfang aus. „Gemeinsam wollen die CDU, die Junge Union und die Ratsfraktion damit unterstreichen, dass der 3. Oktober nicht einfach nur ein freier Tag ist, sondern dass dieser Tag unser Nationalfeiertag ist“,  sagt Günter Krings, Kreisverbandsvorsitzender und parlamentarischer Staatssekretär im Bundesinnenministerium.

Auch CDU-Mitglied und Festempfangs-Gast Karl-Joachim Schmidt macht sich zu diesem Anlass Gedanken: „Wenn ich auf mich selbst höre, so frage ich mich: Warum machen wir eigentlich kein fröhliches Fest aus diesem Ereignis?“ Eine Antwort gab es später von Günter Krings: „In den USA, in Frankreich und in den Niederlanden feiert man solche Tage ausgelassen und voller Freude. Aber wenige Nationen haben an ihrem Nationalfeiertag so viel zu feiern wie wir. Der 3. Oktober markiert das Überwinden der deutschen Teilung.“

Tradition bei der CDU-Einheitsfeier ist es, einen Festredner einzuladen. In diesem Jahr begrüßte man mit Kees de Vries einen in Nordholland geborenen Niederländer, der seit 2005 deutscher Staatsbürger ist und eine besondere, seine eigene Geschichte zur Vereinigung der Deutschen zu erzählen hatte. Vor fast 27 Jahren hatten sich Ella und Kees de Vries auf den Weg nach Sachsen-Anhalt gemacht, um sich dort, verbunden mit hohem finanziellen Risiko, eine Existenz aufzubauen.

Der Hof seiner Eltern in Nordholland konnte nicht allen zwölf Kindern eine wirtschaftliche Zukunft bieten. In Sachsen-Anhalt gab es Boden und vor allem eine EU-Milchquote. So zogen 1992 die de Vries mit sechs Kindern nach Deetz bei Magdeburg. De Vries: „Mit viel Unterstützung der Bundesrepublik Deutschland und des Landes Sachsen-Anhalt haben wir die Chance bekommen unseren Betrieb aufzubauen. Hier sind die Kinder groß geworden, wir gehen nicht mehr zurück.“ Harte Monate gab es in den 1990-er Jahren, da hatten die De Vries an Aufgabe gedacht und wären nach eigener Aussage „zweimal am liebsten auf allen Vieren zurückgekrochen.“ Alles ist gut ausgegangen, heute bewirtschaftet der Betrieb 1300 Hektar Land, hat 18 Mitarbeiter und drei Auszubildende. Sie halten 700 Milchkühe und 600 Jungrinder.

Seit 1996 ist der „Holländer“ in Deutschland ehrenamtlich tätig, er trat 1999 in die CDU ein. Am 17. Juni 2005 wurde Kees de Vries deutscher Staatsangehöriger. Bei der Bundestagswahl im Jahr 2013 wurde der Mann mit dem Rudi-Carrell-Dialekt direkt in den Deutschen Bundestag gewählt.