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Mönchengladbach: Caritas vermietet Wohnungen an Obdachlose

Housing First : Wohnungen für Obdachlose

Caritas und der Verein Wohlfahrt wollen Menschen ohne Bleibe eine Perspektive geben.

„Relativ unbekannt, aber vielversprechend“ nennen Martin Dalz, Geschäftsführer des Vereins Wohlfahrt, und Frank Polixa, Geschäftsführer des Caritasverbandes Mönchengladbach, ihr gemeinsames Konzept „Housing-First“. Hinter diesem Begriff verbirgt sich ein neuer Ansatz beim Umgang mit Obdachlosigkeit, kommend aus der amerikanischen Sozialpolitik: die eigene Wohnung als Basis für den Start in ein neues Leben. So soll verhindert werden, dass Obdachlose wieder auf der Straße stehen, wenn sie mehrere zeitlich befristete Unterkünfte durchlaufen haben. Auf der Grundlage einer gesicherten Bleibe könnten dann „andere Probleme, wie Schulden, Sucht oder Arbeitslosigkeit angegangen werden“, so Frank Polixa.

„Housing-First“ soll wohnungslosen Menschen eine Perspektive bieten und Obdachlosigkeit langfristig bekämpfen. Die Betroffenen werden unbefristet und mit einem eigenen Mietvertrag in Wohnraum untergebracht und professionell betreut. Sie bekommen eine eigene Wohnung im Innenstadtbereich, ohne dass besondere Bedingungen daran geknüpft sind, eine Wohnung mit eigenem Schlüssel – und keine Not- oder Gemeinschaftsunterkunft.

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Die Caritas und der Verein Wohlfahrt haben dazu eine Kooperationsvereinbarung geschlossen und wollen wohnungslose Menschen dadurch unterstützen, dass sie Wohnungen zur Verfügung stellen. „Natürlich müssen wir zunächst wissen, was die Menschen wollen und was sie brauchen, um dann gemeinsam ein neues Lebensgefühl zu entwickeln“, sagt Martin Dalz.

Das Angebot beschränkt sich auf zunächst einmal zwei Wohnungen von je zirka 50 Quadratmetern, in die bald wohnungslose Menschen einziehen können. Der Caritasverband hat die beiden Wohnungen für etwa 150.000 Euro erworben und wird sie vermieten. Der Verein Wohlfahrt bietet eine  Betreuung durch Sozialarbeiter an. Eine dritte Wohnung hat der Verband in Aussicht.

In Mönchengladbach ist die Zahl der Wohnungslosen stark gestiegen. 2018 wurden insgesamt 573 wohnungslose Männer und 202 wohnungslose Frauen in den zentralen Stellen beraten. Die Zahl bei den Männer hat sich dabei seit 2010 fast verdoppelt, bei den Frauen ist es etwa ein Drittel mehr geworden.