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Mönchengladbach: Caritas-Verband investiert trotz Corona-Krise

Ausbau in Mönchengladbach : Caritasverband investiert trotz Corona-Krise

Durch die Kontaktbeschränkungen sind dem Verband Erträge weggebrochen, die Monatsabschlüsse rutschten ins Minus. Dennoch kam die Caritas ohne Kurzarbeit aus, Mitarbeiter halfen an anderen Stellen. In Rheydt wird jetzt die Kirche St. Johannes umgebaut.

Die Corona-Pandemie hat beim Caritasverband für die Region Mönchengladbach Spuren hinterlassen – positive wie auch negative. Wegen der Schließung von Bereichen wie Tagespflege, Kindertagesstätten und Frühförderung sind dem Verband Einnahmen weggebrochen, was zu „deutlich negativen Monatsabschlüssen“ geführt habe, wie Geschäftsführer Frank Polixa bei der Vorstellung des Jahresberichts für 2019 sagte. „Wir haben entsprechende Hilfen in Anspruch genommen und können einiges auffangen, aber nicht alles“, sagte Polixa. Ob damit für dieses Jahr auch unterm Strich rote Zahlen bleiben, ist unklar. „Vielleicht schaffen wir den Ausgleich“, sagte Vorstand Christof Wellens. Helfen dürfte dabei auch der Überschuss aus dem vergangenen Jahr, den die Caritas nicht konkret bezifferte.

Es geht bei einem Wohlfahrtsverband aber nicht in erster Linie um Geld. So habe etwa Kurzarbeit vermieden werden können. Die betroffenen Mitarbeiter sind in anderen Bereichen eingesprungen, wie der eigens geschalteten Corona-Hotline oder im Einkaufs- und Besuchsdienst. Auch der mobile Mahlzeitendienst sei deutlich stärker in Anspruch genommen worden und habe mehr Personal gefordert. Und natürlich sei die Anerkennung für Pflegekräfte nie so groß gewesen wie in den vergangenen Monaten, was sich nun auch in einer Bonuszahlung durch den Staat ausdrückt. „Wir hoffen, dass nachhaltig im Gedächtnis bleibt, was Pflegekräfte tagtäglich leisten“, sagte Polixa.

Insgesamt sind für den Caritasverband 760 hauptamtlich Beschäftigte und rund 300 ehrenamtliche Bürger tätig. Allein 2019 wurden 43 neue Mitarbeiter eingestellt. Die Angebote wurden ausgebaut, etwa beim Caritaszentrum in Holt, wo es jetzt auch eine Tagespflege mit 16 Plätzen, Wohngemeinschaften für 19 ältere Personen und 19 barrierefreie Seniorenwohnungen gibt. Den Hausnotruf-Dienst  nutzten jetzt 12.441 Teilnehmer (Ende 2019), das waren 2100 mehr als ein Jahr zuvor. „Mehr Menschen benötigen unsere Unterstützung“, sagte Christof Wellens.

Deshalb investiert die Caritas: Die entwidmete Kirche St. Johannes in Rheydt wird zu einem Seniorenzentrum mit 23 Service-Wohnungen (davon 14 gefördert und damit mietpreisgebunden) und einer Tagespflege umgebaut. Die Caritas investiert dafür 5,5 Millionen Euro. Die  Fertigstellung ist für Herbst 2021 geplant. Und an der Urftstraße entsteht zusammen mit der Kreisbau AG ein inklusiver Kindergarten für mehr als 60 Jungen und Mädchen.