Mönchengladbach: Cagdas Yüksel für junges Lebenswerk ausgezeichnet

Mönchengladbacher erhält Preis : Auszeichnung für ein junges Lebenswerk

Für seine Filmproduktions-Firma „Cocktailfilms“ wurde Cagdas Yüksel von den Kultur- und Kreativpiloten ausgezeichnet. Der renommierte Preis für junge Unternehmer wurde am Dienstag in Berlin verliehen.

Cagdas Yüksel möchte verändern. Die Gesellschaft, ihre Gedanken, ihre Ansichten. Cagdas Yüksel ist 25 Jahre alt. Er kommt aus Mönchengladbach, ist dort geboren, dort zur Schule gegangen. Cagdas Yüksel hat eine eigene Firma, in Mönchengladbach. „Cocktailfilms“, die GmbH, gibt seinem Schaffen, dem, was Cagdas Yüksel aus seinem Kopf auf die Leinwand bringt, einen Namen. Für sein Schaffen hat er jetzt einen Preis gewonnen: den Preis der Initiative „Kultur- und Kreativpiloten“. Cagdas Yüksel gehört jetzt offiziell zu den besten und kreativsten Unternehmern Deutschlands.

Niemals hätte Cagdas Yüksel gedacht, dass es mal so weit kommen würde. Seine Geschichte begann mit „Asyland“, ein deutschlandweit bekannter Dokumentarfilm über vier Geflüchtete aus Berlin, Mönchengladbach und Stuttgart. Ein Herzensprojekt, das 2015 mithilfe eines „Mini-Crowdfundings“ und fast ausschließlich ehrenamtlicher Arbeit von befreundeten Studenten und Medienprofis entstanden ist.

Asyland war der Anfang. Daraus entstand alles. Nicht nur neue Kontakte, nicht nur neue Möglichkeiten, nicht nur der gemeinnützige Verein „Teller ohne Rand“, mit dem die Asyland-Initiatoren noch heute mit Filmen wie Asyland auf Themen wie Rassismus und Extremismus aufmerksam machen und der 2018 für den Deutschen Integrationspreis nominiert war. Es entstand auch ein neues Lebensprojekt. Eine Filmproduktions-Firma. Es entstand „Cocktailfilms“.

Gleich nach Asyland hat Cagdas Yüksel sich dem nächsten, ähnlichen Projekt gewidmet: Gleis 11. Ein neuer Dokumentarfilm, er soll im kommenden Jahr erscheinen. Es geht noch einmal um Migration. Um Gastarbeit, um die erste und die dritte Generation, um Yüksels eigene Familiengeschichte, um seinen Großvater, den er nie kennengelernt hat, um die damalige, und um die heutige Sicht. „Ich sehe einen großen Bedarf, dieses Thema einer jungen Zielgruppe zu widmen“, sagt Yüksel, „das meiste, was es dazu gibt, spricht – erst recht wenn es aus dem Fernsehen kommt – eine Zielgruppe über 50 an.“

Deshalb hat Cagdas Yüksel auch 2017 das emotionale Talk-Format „Rendez-Who“ für den jungen Radiosender 1Live entwickelt, das bis heute drei Millionen Menschen erreicht hat. Und deshalb will Cagdas Yüksel künftig auch ein neues Talk-Format ins Fernsehen bringen. „Es ist ein Systemfehler, dass Talkshows grundsätzlich darauf ausgelegt sind, innerhalb von 60 Minuten ein sehr komplexes Thema abzuarbeiten, und das am besten aus fünf komplett verschiednen Perspektiven“, sagt Yüksel. Er findet die kürzlich an vier öffentlich-rechtliche Talkshows verliehenen Negativpreise nur berechtigt. Sein Format soll serieller, jünger, gesellschaftspolitisch relevant und trotzdem unterhaltend sein. Es soll etwas verändern. Denn das ist es, was Cagdas Yüksel will.

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