Mönchengladbach: Bürger protestieren gegen Tihange

Protest gegen Atomkraftwerke : Mehr als 300.000 schalten Tihange ab

Die Tihange-Aus-Säule steht jetzt am St. Vith. Sie ruft zum Protest gegen Atomkraftwerke in Belgien auf.

Als Bärbel Schleszies den Hebel der Tihange-Aus-Säule betätigt, ist sie die 278.043 in der Stadt, die gegen das belgische Kernkraftwerk protestiert. Inzwischen steht die knallrote Säule mit dem gelbschwarzen Atomsymbol neben dem St. Vith. Vorher war ihr Standort am Markt in Wickrath, wo mehr als 200.000 Menschen von der „Hebelwirkung“ Gebrauch machten. Es ist zwar nur eine symbolische Geste, doch die Zahlen machen Eindruck: Gestern waren es bereits deutlich mehr als 300.000 Tihange-Aus-Protestler allein aus Mönchengladbach. Hier steht eine von zehn Säulen – die anderen finden sich in anderen Regionen im Grenzgebiet, aber auch in den Niederlanden und in Belgien.

Die Aachener Künstler Rolf Jägersberg und Lars Harmens haben die Säule gestaltet, der Gladbacher Sebastian Hertl hat dafür gesorgt, dass eine davon in der Stadt aufgestellt wurde. „Diese Kraftwerke müssen abgeschaltet werden, weil sie ein Sicherheitsrisiko für 25 Millionen Menschen in der Region darstellen“, hatte Zahntechnikermeister Hertl dieser Redaktion zu seiner Motivation erzählt. Sein Protest schließt alle störanfälligen Atomkraftwerke (AKW) an der belgisch-deutschen Grenze ein – Doel bei Antwerpen gehört auch dazu. Bei Martin Heinen, Vorsitzender des Umweltausschusses, fand er mit seiner Initiative einen Fürsprecher.

Wickrath wurde als erster Standort im Stadtgebiet ausgesucht, weil dieser Stadtteil Tihange am nächsten liegt. Die Säule wird im Stadtgebiet weiter wandern. Und es werden Bürger dazukommen, die mit ihrem symbolischen Hebeldruck die Forderung bekräftigen, dass die belgischen Kraftwerke abgeschaltet werden.