Mönchengladbach: Brücke Viersener Straße nicht für alle frei

Das Bauwerk ist nicht mehr standsicher für alle Fahrzeuge : Brücke Viersener Straße nicht für alle frei

Fahrzeuge, die mehr als 30 Tonnen wiegen, dürfen nicht mehr auf der Brücke der Viersener Straße über die Hermann-Piecq-Anlage fahren. Das Bauwerk ist nicht mehr tragfähig genug. Es wird 2021 saniert.

174 eigene Brücken hat die Stadt, die jährlich bei Begehungen kontrolliert werden. Im Dreijahresrhythmus erfolgen umfangreichere Kontrollen, alle sechs Jahre stehen Hauptprüfungen an. Bei einer solchen Hauptprüfung wurden an der Brücke Viersener Straße über die Hermann-Piecq-Anlage Schäden festgestellt: Mängel in der Straßendecke und Risse im Beton unterhalb der Straße beeinträchtigen die Tragfähigkeit, so die Fachleute aus dem städtischen Fachbereich Straßenbau und Verkehrstechnik.


Defizite in der Tragfähigkeit Ein Ingenieurbüro hat nach der Prüfung weitergehende statische Berechnungen angestellt und dabei weitere Defizite der Tragfähigkeit festgestellt: Speziell im Bereich des Rampenanschlusses kommt es zu Lastüberschreitungen. Die Querkrafttragfähigkeit des Bauwerkes kann statisch nicht mehr ausreichend nachgewiesen werden. Um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, wurden Maßnahmen mit dem planenden Ingenieurbüro und dem Prüfingenieur und der Stadtverwaltung abgestimmt. Die kritischen Stellen werden regelmäßig kontrolliert.


Sofortmaßnahmen Die erforderlichen Umbau- und Markierungsarbeiten sowie entsprechende Anpassungen an der Ampelanlage sind am Mittwoch angelaufen. Als Sofortmaßnahme ist eine Gewichtsbeschränkung für Fahrzeuge mit mehr als 30 Tonnen Gesamtgewicht verhängt worden. Schwerere Fahrzeuge dürfen die Brücke nicht mehr benutzen. Diese Gewichtsgrenze bedeutet aber auch, dass der Busverkehr normal fließen kann und die Zufahrt zum nahe gelegenen Krankenhaus Bethesda weiterhin möglich ist. Allerdings ist die Zufahrtsrampe von der Hermann-Piecq-Anlage auf die Viersener Straße zunächst für Links- als auch Rechtsabbieger nur noch einspurig zu befahren. Von Mittwoch, 11. Dezember, bis Freitag, 13. Dezember, muss sie voll gesperrt werden. Eine entsprechende Umleitung werde eingerichtet, kündigte die Stadtverwaltung an.


Teilerneuerung 2021 Vorgesehen ist für das Jahr 2021 eine Teilerneuerung des Brückenbauwerkes. Die nötige Vergabe des Bauauftrages für den neuen Überbau ist für Mitte des kommenden Jahres geplant. Danach kann der Auftragnehmer mit den Planungen und Fertigungen der Stahlbauteile beginnen. „Aus heutiger Sicht“, sagt die Stadtverwaltung, „kann 2021 mit den Abbrucharbeiten und der Herstellung des neuen Brückenüberbaus auf der Baustelle begonnen werden.“


Koordinierter Abbruch Der Planungs- und Bauausschuss des Stadtrates hatte sich bereits im Mai für einen Ersatzneubau entschieden. Das bedeutet: Die alten Überbauten der Brücke werden durch einen neuen Überbau in Stahlverbundbauweise mit einer vergleichbaren Überbauhöhe ersetzt. Die vorhandenen Unterbauten werden weiter genutzt. Durch die getrennten Überbauten der Brücke kann die Herstellung des neuen Überbaus in zwei Bauabschnitten erfolgen. Die Bauabläufe werden mit den parallel vorgesehenen Abbrucharbeiten für das Gelände des ehemaligen Standortes des Maria- Hilf-Krankenhauses koordiniert.

Nutzungsdauer Durch die Teilerneuerung ergibt sich unter Berücksichtigung der Restlebensdauer der Unterbauten eine geschätzte Nutzungsdauer von 60 Jahren.

Kosten Gemäß einer Kostenschätzung sollen die Gesamtkosten annähernd 2,9 Millionen Euro betragen.